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2002-06-30 10:37:45 - ju
VLN: Mario Merten „Halbzeitmeister“

(c) ks design
Fünfter Saisonsieg für Mario Merten im Bonk-BMW
Der fünfte Lauf zur BFGoodrich-Langstreckenmeisterschaft bot einmal mehr abwechslungsreichen und hochkarätigen Motorsport. Trotz des kürzlich stattfindenden 24 Stunden-Rennens gaben über 150 Teams die Nennung zum „42. ADAC-Reinoldus-Langstreckenrennen“ des Dortmunder MSC ab, 144 starteten schließlich. Nachdem einem Honda Accord im Streckenabschnitt Aremberg der Motor „platzte“ und für eine riesige Ölspur sorgte, brach Rennleiter Hans-Jürgen Hilgeland das Vier-Stunden-Zeitrennen aus Sicherheitsgründen ab.

Den zweiten Gesamtsieg der laufenden Saison feierten Jürgen Alzen und Arno Klasen im Porsche 996 GT3, allerdings nur mit hauchdünnen 1,57 Sekunden Vorsprung auf Artur Deutgen im BMW M3 E30. Auf Platz drei sahen Michael Bäder/Tobias Hagenmeyer im Getrag-BMW M3 E36 als Gesamtdritte die Zielflagge. Das fünfte Rennen der Saison bot an der Gesamtspitze von der ersten Sekunde an Spannung. Bis kurz vor dem Start regnete es und mehr als die Hälfte des Starterfeldes montierte zunächst profillierte Pneus, welches sich jedoch schnell als falsche Reifenwahl herausstellte. Jürgen Alzen hatte sich für „Intermediates“ (nachgeschnittene Slicks) entschieden. Er kam erst nach acht Runden an die Box. „Am Schluss war ich mit diesen Reifen pro Runde 15 Se­kunden langsamer als mit profillosen Slicks. Aber wir haben uns einen zusätzlichen Boxenstopp erspart. Das müsste reichen, aber es wird wohl knapp werden“, sagte er mit einem Blick auf die Rundenzeiten von Deutgen. Boxenstoppbedingt sollte die Führung noch zweimal wechseln, ehe sich Alzen ab der 19. Runde auf die Verfolgung von Deutgen machte. . Alzen: „Das war knapp. Artur ist phantastisch gefahren.“

Mit Gesamtrang vier erreichten Edgar Dören/Karl-Christian Lück im Porsche 996 ihr bestes Saisonergebnis, während die Trainingsschnellsten Edgar Althoff/Paul Hulverscheid/Wolfgang Destree nach technischen Problemen nur fünfte wurden. Ihr bestes VLN-Ergebnis erzielten die Gesamt-Sechsten Willie Moore und Dave Cox, die mit ihrem BMW M3 E36 auch Sieger bei den Specials bis 3000 ccm wurden. Auf dem elften Gesamtrang sahen die amtierenden Meister Klaus-Peter Thaler/Heinz Remmen im Kissling-Opel Astra die Zielflagge – und erstmals in dieser Saison als Klassensieger bei den Specials bis 2000 ccm. Das Opel-Duo profitierte jedoch vom Ausfall der lange Zeit führenden Jürgen Gerspacher/Jürgen Hohenester, die den Audi TT 1,4 Turbo mit Motorschaden nach 21 Runden im Bereich Flugplatz abstellen mussten. Dank dem Abbruch erfolgte jedoch noch die Wertung als Klassen-Dritter. Die „Motorkollegen“ Stefan Sengl/Rainer Schönauer wurden mit ihrem Audi A4 1,4 Turbo zweite, obwohl technische Probleme einen längeren Stopp in der Schikane Hohenrain verursachten. Die ehemaligen Klassenkollegen Michael Luther/Jochen Krumbach hatten erstmals ein 2,3-Liter-Triebwerk im BMW M3 E30 montiert und siegten prompt bei den Specials bis 2500 ccm. Die beiden Volvo S60 vom Mühlner-Team mit Ullrich Andree/Andy Middendorf und Juppi Bermes/Jörg Seidel, der Seat Leon von Andre Engel/Christian Heigl und der Audi TT von Peter Bauer lieferten sich zusammen mit den späteren Klassensiegern tolle Duelle, fielen nach technischen Problemen aber zurück oder aus.

Der inoffizielle Titel des Halbzeitmeisters geht an Mario Merten. Der Nürburger BMW 318iS-Pilot des Bonk-Teams feierte bei den Serienwagen bis 1850 ccm Saisonsieg Nummer fünf, davon zum vierten Mal gemeinsam mit Michael Kok. Die direkten Verfolger Peter Brings und Rainer Brückner mussten bei den Serienwagen bis 2600 ccm die erste Niederlage einstecken und waren trotz „total krummer“ Hinterachse froh, hinter Jürgen Falk im BMW M3 noch als Klassenzweite gewertet zu werden. Bäder/Hagenmeyer haben jedoch nur noch 0,16 Punkte Rückstand auf das Mercedes-Duo. „Ausgerechnet heute, wo wir erstmals mehr Starter in der Klasse hatten als Mario Merten haben wir so ein Pech“, ärgerte sich Peter Brings. Bei den Serienwagen bis 2000 ccm kassierten Ludger Henrich/Jürgen Schulten im Pink Power-Opel Astra gegen den Peugeot 306 von Joachim Schirra/Marc Wolf die erste Saisonniederlage. Im Kampf um den Gruppensieg bei den Serienwagen bleiben Harald Jacksties/Frank Lorenzo im Yokohama-BMW weiterhin ungeschlagen.

In der Gruppe N freuten sich bei ihrem erst fünften Autorennen Thorsten Kill/Josko Marevic im Honda Civic Type-R über den Gruppensieg. Und in der Gruppe der Cup-Fahrzeuge hatten erstmals Ralph-Peter Rink/Hoppel Lohmann im Honda Accord Type-R die Nase, knapp eine Minute vor den Markenkollegen Peter Kreuer/Karl-Heinz Teichmann. Nur sechs Sekunden trennten die nächstplatzierten Nikolas Hardt/Martin Tschornia, Frank Totz/Jörg Totz und Jörg Viebahn/Andreas Weiland.

Stand in der Meisterschaft:
1. Merten (BMW 318iS) 48,15; 2. Brings/Brückner (Mercedes 190E) 47,32; 4. Bäder/Hagenmeyer (BMW M3) 47,16; 6. Kreuer (Honda Accord) 44,35; 7. Rönz/Thönnes (VW Polo) 43,52; 9. Henrich/Schulten (Opel Astra) 43,00; 11. Jacksties/Lorenzo (BMW M3) 42,75.


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