Gary Paffett mausert sich langsam aber sicher zum Titelfavoriten schlechthin. Der sympathische Brite holte im siebten Lauf zur Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft seinen dritten Saisonsieg. Auf dem nur 2,3 Kilometer langen Norisring war der 21-Jährige im Dallara Opel-Spiess aus dem Team Rosberg nicht zu schlagen. Auf dem zweiten Platz fuhr der Österreicher Bernhard Auinger (Dallara Opel-Spiess) nach einer starken kämpferischen Leistung sein bislang bestes Formel-3-Ergebnis ein. Dritter wurde der Pforzheimer Frank Diefenbacher (Dallara Opel-Spiess), der nach dem Start zwar kurzfristig in Führung gelegen hatte, später jedoch das Tempo an der Spitze nicht ganz mitgehen konnte. Nach seinen drei Pole Positions und den drei Siegen führt Paffett nun die Tabelle deutlich mit 33 Punkten vor Frank Diefenbacher (21 Punkte) und Bernhard Auinger (18 Punkte) an.
Vor allem die ersten von 35 Runden auf dem Nürnberger Stadtkurs waren von spannenden und auch waghalsigen Fights geprägt. Schon in der ersten Runde erwischte es Gary Paffett, als er sich in Führung liegend verschaltete und den Angriff von Diefenbacher und Auinger nicht kontern konnte. Mehr noch: Mit Beginn der zweiten Runde stach auch noch der Mönchengladbacher Sven Heidfeld (Dallara Mercedes) in der Grundigkehre an Paffett vorbei auf Platz drei. Bis zur 13. Runde benötigte der schnelle Brite, um seinen angestammten ersten Platz wieder einnehmen zu können. Dazwischen lagen drei sehenswerte Überholmanöver und eine Demonstration, wie stark Gary Paffett in seinem dritten Formel-3-Jahr einzuschätzen ist. Bereits in der zweiten Runde sah sich Frank Diefenbacher vom eigenen Teamkollegen ausgebremst. Der Versuch Bernhard Auinger den Platz wieder abzujagen, endete mit einem krummen Frontflügel und der Einsicht, lieber den sicheren dritten Platz ins Ziel zu bringen.
Nicht nur Sven Heidfeld lieferte eine kampfstarke Partie. Auch sein Teamkollege Markus Winkelhock stieß im Dallara Mercedes schon nach wenigen Runden vom 13. Startplatz ins Vorderfeld vor. Ein riskanter Angriff auf den Viertplatzierten Sven Heidfeld endete für den Waiblinger jedoch mit einem Dreher und dem Abrutschen auf Platz sieben. Vor ihm kamen der Belgier Jeffrey van Hooydonk (Dallara Mugen-Honda) und der Portugiese (Dallara Opel-Spiess) auf den Plätzen fünf und sechs ins Ziel.
Von 26 Startern wurden lediglich 18 Piloten gewertet. Der Österreicher Norbert Siedler und der Japaner Kousuke Matsuura (beide Dallara Opel-Spiess) kamen nach dem Start lediglich bis zur Grundigkehre, ehe sie sich gegenseitig ins Aus beförderten. Auch die einzige Dame im Feld konnte das Rennen nicht regulär beenden. Mit einem gefährlich schiefen Heckflügel wurde Catharina Felser in der 13. Runde an die Box beordert. Nachdem der Kölner Christopher Brück nach einer Feindberührung und anschließendem Dreher schon nach einer Runde in der Box endete, rollte auch der Oderwälder Timo Glock (beide Dallara Opel-Spiess) nach 20 Runden, auf Platz zehn liegend, mit technischem Defekt aus.
Gary Paffett: Ich hatte einen gigantischen Start und dann einen Fehler in der zweiten Kurve, als ich einen Gang verpasst habe – so kamen Auinger und Diefenbacher vorbei. Mein Auto war jedoch sehr gut auf der Bremse, deshalb kam ich recht leicht wieder an Diefenbacher vorbei. Bei Auinger war es schwieriger, der war ebenfalls unglaublich spät auf der Bremse. Als ich dann wieder auf Platz eins war, habe ich nur noch versucht den Vorsprung auszubauen. Mein Auto war super, ich konnte fast das Tempo des Qualifyings vorlegen.
Frank Diefenbacher: Es war alles okay, bis ich in der Dutzendteichkurve in Führung liegend das Safety-Car sah und weiße Warnflaggen. Ich habe dann das Tempo reduziert und das Safety-Car ist in die Box gebogen. Ich hatte jedoch den Schwung verloren, sodass Auinger vorbei kam. Ich habe mir dann beim Angriff auf ihn den Frontflügel beschädigt. Deshalb konnte mich Paffett auch recht leicht überholen. Später habe ich es noch einmal versucht, Auinger anzugreifen und habe mich dabei fast gedreht, dann war mir der sichere dritte Platz wichtiger.
Bernhard Auinger: Diefenbacher hatte wohl ein Problem mit dem Safety-Car, was doch gar nicht im Einsatz war. Ich kam recht easy an ihm vorbei. Paffett war einfach zu stark, ich habe schon auf der letzten Rille gebremst und konnte ihn doch nicht halten.
Markus Winkelhock: Das Rennen lief besser, als ich mir erträumt hatte – der 13. Startplatz versprach nicht viel. Ich kam sehr schnell nach vorn und lag auf dem fünften Platz, als ich die Chance sah, sogar Platz vier zu erkämpfen. Ich bin volles Risiko gefahren, was dann schief ging – Pech gehabt.
Sven Heidfeld: Zum Schluss hatte ich schwer mit der Bremse zu kämpfen und bin dabei auch auf den schmutzigen Streckenteil gekommen. Deshalb hatte ich einige Runden große Probleme mit dem Fahrverhalten. Den Schlag von Liimatainen habe ich kaum gespürt, doch die Traktion war danach schlechter.