 |
F3: Spannung im Minutentakt

|
 |
Gary Paffett kommt als Tabellenführer zum Norisring |
 |
 |
 |
 |
| Die ersten beiden nur durch fünf Punkte getrennt, gefolgt von einem Trio mit gleicher Punktzahl und ebenfalls nur fünf Zähler hinter dem Zweiten – was sich etwas kompliziert anhört, schildert die Dramatik in der Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft. Nach sechs Rennen führt Gary Paffett mit 22 Punkten das gewaltige Feld an. Dicht auf seinen Fersen folgt Frank Diefenbacher (Pforzheim) mit 17 Zählern. Trotz zweier Siege ist der Vorsprung des 21-jährigen Briten also kaum beruhigend. Sein Widersacher Diefenbacher sollte allerdings ebenfalls die Verfolger nicht aus dem Auge verlieren. Mit dem Odenwälder Timo Glock (Wersau), Joao Paulo de Oliveira (Brasilien) und Bernhard Auinger (Österreich) droht Ungemach. Jeweils zwölf Punkte stehen für sie zu Buche – und einen Podestplatz hat sowieso jeder der ersten Fünf schon eingefahren. Norisring wir kommen!
Auf dem Traditionskurs im Herzen von Nürnberg wird es einen ersten Show-down der Saison geben. Nicht nur auf Grund der Dramatik an der Tabellenspitze, sondern auch wegen der ganz speziellen Streckenbestimmungen auf dem ehemaligen Reichsparteitaggelände: Nur 24 Formel-3-Monoposti dürfen auf der 2,3 Kilometer kurzen Piste rund um die monumentale Steintribüne starten. Vorschriften, die bereits im Training einen Krimi heraufbeschwören, denn mehr als 30 Piloten bewerben sich um einen Startplatz.
„Wer auf dem Norisring keinen Startplatz in den ersten beiden, oder höchstens noch in der dritten Startreihe hat, kann den Erfolg eigentlich schon abhaken“, urteilt Frank Diefenbacher. Der 20-Jährige muss es wissen, siegte er doch letztes Jahr hier im Samstagrennen. Der Kurs ist viel schwieriger als auf den ersten Blick erkennbar. Er ist uneben und wellig, besitzt verschiedene Asphaltdecken, auf Top-Speed folgt die Grundigkehre, die fast Schritttempo verlangt. Und immer wieder geht es an der Mauer entlang – vor allem im Schöller-S. Wer hier seine 210 PS nicht richtig dosiert, nur einen Tick zu früh auf dem Gas ist, oder seinen nur 550 Kilogramm leichten Monoposto zu weit nach außen tragen lässt, hängt ruck -zuck an der Wand: Radaufhängung krumm, Rennen gelaufen.
Es geht also richtig zur Sache auf dem Norisring, auch von den Rundenzeiten her. Die Youngster pfeifen in weniger als 50 Sekunden durch die Stadt. Den absoluten Rekord hält der jetzig Porsche-Pilot Pierre Kaffer. Nur 49,956 Sekunden benötigte der Rheinländer im Vorjahr – ein Schnitt von 165,746 km/h. Kürzere Rundenzeiten gibt es sonst nirgendwo mehr. Die Formel 3 bietet Spannung im Minutentakt. |  |