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2002-06-19 11:30:15 - tb
Berg Cup: Ungar Szasz Gesamtsieger am Thommer Berg

Europameister Franz Tschager (I) 2.Gesamtrang auf Osella PA 20 BMW CN
Am 23. August 2002, dem ersten Tag der Rallye-Deutschland, dient die Kreisstraße 82 in den Weinbergen vor den Toren Triers als WP 4 und 6 der WM Premiere. Am vergangenen Wochenende blieb die 3,7 km lange, mit fünf Kehren gespickte Piste zum 31. Mal den Bergspezialisten vorbehalten. Der einzige Lauf zur Europabergmeisterschaft in Deutschland lockte diesmal nicht das extrem hochkarätige Fahrerfeld nach Trier, wie noch vor Jahren. Da die EBM Saison in zwei Hälfen mit je einem Streichresultat geteilt ist, verzichteten einige Italienische und Tschechische Fahrer auf den Auftritt beim Deutschen Halbzeitrennen. Ob es an den TV-Übertragungen der Fußball WM lag? Das Zuschaueraufkommen am Thommer Berg war dürftig. Diejenigen die gekommen waren erlebten am Rennsonntag noch gerade mal noch 80 Fahrzeuge.

Die Spitzenpiloten aus der Berg-EM gepaart mit den Deutschen Herausfordern Herbert Stenger und Georg Plasa ließen die Herzen der Fans in allen drei Läufen mit tollem Bergsport höher schlagen. Viele Unterbrechungen und längere Rennpausen trübten jedoch immer wieder diesen Eindruck der Zuschauer.

Die Bedingungen im Moseltal waren in den Wertungsläufen im Gegensatz zum Training, mit Sonnenschein und Temperaturen jenseits der 30 Grad Marke schon fast zu viel des Guten.

Laszlo Szasz, als einziger mit einem Formel 3000 Rennwagen unterwegs, hatte leichtes Spiel und steuerte seinen Reynard Zytek ungefährdet zum Gesamtsieg. Endlich hatte der keingewachsene Ungar am Thommer Berg das Glück des Tüchtigen. Im letzten Jahr hatte Szasz im Regen mit der Reifenwahl eine unglückliche Hand und in den Jahren davor jeweils Unfallpech. Nach seinem Sieg eine Woche zuvor beim Tschechischen EBM-Lauf in Ecce Home und dem Erfolg in Trier, übernahm Szasz die Führung im FIA Europa Cup.

Der Streckenrekord aus dem Jahre 2000, gefahren von Europameister Franz Tschager (Osella BMW CN) von 1.35,924 Minuten, geriet nie in Gefahr. Tschager der das Rennen in Ecce Homo aus privaten Gründen ausgelassen hatte, enttäuschte trotz des zweiten Rangs leicht. Der Südtiroler EM-Leader fuhr seinen Bestzeiten aus den Vorjahren, mit fast zwei Sekunden deutlich hinterher. Mit enormer „Mann-Power“ mischte Herbert Stenger mit unterlegenem Material gegen die Italienische Truppe um Franz Tschager, die durch die Bank mit werksunterstützten Osella-Prototypen antraten, gehörig mit. Im letzten Lauf übertrieb Stenger seine Attacke und drehte sich mit dem Eigenbau BMW CN. Renzo Napione, Otakar Kramsky und Fauto Bormolini (alle Osella PA 20 BMW CN) zogen an Stenger vorbei. In der Berg DM bleibt Stenger jedoch unangefochten an der Tabellenspitze. Stengers Teamkollege, der Schweizer Pierre-Andre Meroz (Stenger BMW C3), übernahm den zweiten Rang in der DM-Wertung von Uwe Lang der nicht antreten konnte.

In beherzter Manier lenkte der erst 21jährige Tscheche Patrick Semmelbauer seinen Formel Opel Lotus auf den hervorragenden Rang 6 der Gesamtwertung.

Zu einer Gänsehaut am ganzen Körper verhalf Georg Plasa den Zuschauern. Der Bayer verbreiteten mit seinem BMW 320, bestückt mit einem 3,4 Liter Judd Triebwerk einen satten V8-Sound und erreichte mit dem neuen Tourenwagen-Rekord von 1.46,024 Minuten sein gestecktes Ziel. Plasa hatte sich auf ein Kräftemessen mit Bruno Ianniello im Lancia Delta S4 gefreut. Der Schweizer hatte jedoch in der falschen Klasse genannt und wurde nach dem Training vom Veranstalter nach Hause geschickt. Da Plasa in der Free Style Klasse keine DM-Zähler bekommt, kassierte der Innsbucker Herbert Stolz (dp Porsche 935 II) erneut voll Punkte und vergrößerte den Punktevorsprung auf den bisher zweiten Norbert Handa (Getriebeschaden) auf 62 Punkte. In der Zwischenabrechung der Tourenwagen-DM liegt nun zur Überraschung vieler Uli Thomas im Gruppe H Opel Risse Ascona 16V auf Platz zwei. Der Kölner führt jetzt auch die Tabelle des DMSB Berg-Pokals an. Der bis dato Führende des Pokals Achim Fischer, konnte schon nach dem ersten Trainingslauf mit Motorschaden einladen.

In der Tourenwagen-Kategorie der EBM schloss der Kroate Nico Pulic mit dem Sieg in der Gruppe A wieder zum Tschechen Robert Senkyr (beide BMW M3) auf. Hinter dem Luxemburger Meister Guy Stephany (BMW M3) tauchte bereits Achim Fleck im agilen Renault Clio Kit Car in den Ergebnislisten auf.

Roland Wanek (BMW M3) lieferte sich ein beinhartes Duell in der Gruppe N mit dem in Monaco lebenden Piergiorgio Bedini (Ford Escort Cosworth) und unterlag hauchdünn. Wanek bleibt jedoch mit seinem straßenzugelassenen Kelleners-BMW bester Deutscher in der Berg-EM Zwischenwertung, diesmal sogar vor Petr Jurena (Mitsubishi Lancer Evo XI) und Jiri Voves im Subaru Imprezza.

Im deutschen Berg-Pokal der Rennwagen, wo die Wertung ja auf den Resultaten in den jeweiligen Klassen beruht, liegt Georg Olbrich (Osella BMW 2.0 C3) seit dem Saisonstart an der Spitze, ärgster Verfolger ist zur Zeit Micha Gräfling im Reynard VW F3. Bernd Simon (Dallara Opel F3), verpasste mangels fehlender Konkurrenz Punkte, kann sich aber mit einer Aussichtsreichen Position der DM-Wertung trösten. In zwei Wochen bei Ibergrennen in Heiligenstadt, tritt dann auch wieder, der in Trier vom Veranstalter verschmähte KW Berg-Cup, mit Plasa, Brenner und Co in Aktion.


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