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2002-06-18 15:08:05 - ks
Gametest: "Michael Schumacher Racing World - Kart 2002"

"Auf Schumachers Spuren", so könnte der Untertitel zum neusten Rennspiel von JoWood lauten. Denn wie fast jeder erfolgreiche Rennfahrer erlernte auch Michael Schumacher im Kartsport die Basics. 1987 wurde der gebürtige Kerpener Deutscher Kartmeister und legte mit dem Titel des Europameisters noch einen drauf. Heute ist Michael Schumacher der herausragendste Pilot in der Königsklasse des Motorsports, wie die Formel 1 Weltmeistertitel 1994, 1995, 2000 und 2001 beweisen. Grund genug für den Vermarktungsapparat rund um den Ferrari-Piloten sich auf die Wurzeln zu konzentrieren und einem Kart-Computerspiel sein Label aufzudrücken.

Der Name Schumacher bürgt zweifelsohne für Qualität und "Michael Schumacher Racing World - Kart 2002" wird diesem Anspruch, soviel sei vorweggenommen, gerecht. Das Spektakel mit den kleinen Rennflitzern gliedert sich in drei unterschiedliche Klassen. Die Fun-Klasse wird mit 200ccm Viertakt-Karts gefahren, die über rund 6 PS verfügen. In der ICA-Klasse ist eine deutliche Steigerung spürbar. 100ccm aus einem Zweitakter erzeugen rund 22 PS, was schon Geschwindigkeiten über 100 km/h erlaubt. Die FSA-Klasse holt ganze 32 PS aus dem identischen Aggregat, verfügt über ein kleines Flügelwerk am Heck und bringt den Spieler auf rund 150 km/h. Wer nun denkt, das Spiel sei im Gegensatz zu F1-Rennspielen, die weit über 300 km/h heraus schießen, lahm, dem sei gesagt, dass 150 km/h im Kart schon sehr schnell sein können. Glücklicherweise bringt das Spiel diese Geschwindigkeit auch rüber, so dass in keinem Moment Gedanken an eine Kaffeefahrt aufkommen.

Auf der anderen Seite stehen drei verschiedene Spielmodi zur Wahl. Im Trainings Modus geht es schlichtweg darum, die Strecken kennen zu lernen und die Ideallinie zu erkunden. Auch beim Zeitrennen ist man alleine auf der Piste. Im Wettkampf gegen die virtuellen Computergegner muss man möglichst schnell eine gewisse Anzahl von Runden absolvieren. Erst im Wettkampf-Modus geht es dann Rahmen an Rahmen über die insgesamt neun verschiedenen Strecken. Das Überholen erweist sich nicht immer als einfach, denn der Kontakt mit den Gegnern bremst enorm.

Viel Anwechslung bietet sich bei den Kartstrecken. Angefangen bei Indoor-Bahnen reicht die Palette über Stadtkurse und permanente Outdoor Pisten. Die Grafik weiß wirklich zu gefallen. Die Details der Kurse sind schön ausgearbeitet und die Texturen können sich wirklich sehen lassen. Auch die Karts halten diesen Level, nur die Reifen könnten bei den Gegnern etwas runder sein.

Der wichtigste Punkt, und genau dieser macht "Michael Schumacher Racing World - Kart 2002" zu einem guten Rennspiel, ist das Handling und die Steuerung. Die Lenkung reagiert direkt und knackig. Der Drift, so denn man sich darauf einlässt, ist gut zu kontrollieren. Ähnlich wie bei einem realen Kart kann man mit geschickten Gas- und Bremsmanövern den Flitzer zusätzlich zum Lenken bewegen.

Was speziell bei dem Fahrverhalten leicht negativ ins Auge sticht, ist die Tatsache, dass man mit keinen Mitteln einen richtigen Dreher oder einen spektakulären Abflug erzeugen kann. Es ist anzunehmen, dass diese Features in Anbetracht der zu erwartenden Haupt-Zielgruppe, nämlich dem Nachwuchs, eingespart wurden.

Diese Annahme spiegelt sich auch im Schwierigkeitsgrad wieder. Jeder halbwegs gewiefte Computer-Racer wird nach einigen Stunden alle Klassen freigeschaltet haben. Dies ist im Fall von "Michael Schumacher Racing World - Kart 2002" aber nicht gleichbedeutend damit, dass die Motivation schwindet. Was hingegen die richtigen Zocker viel mehr vermissen werden, ist die Multiplayer-Option, die bei Spielen dieses Genres heutzutage Standard ist.

Trotzdem können die kleinen Macken nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hier um das derzeit schönste und realistischste Kart-Rennspiel für den PC handelt. Hoffentlich bleiben die Entwickler am Ball und präsentieren in nicht allzu ferner Zukunft einen Nachfolger, der dann mit Verbesserungen im Detail dem "perfekten Spiel" recht nahe kommen sollte.

Systemanforderungen: Pentium III 450 MHz, 64 MB Ram, 16 MB 3D-Grafikkarte, ab Windows 98


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