Nach 24 Stunden überquert Emanuele Pirro in Le Mans die Ziellinie als Sieger
Vor 220.000 begeisterten Zuschauern wurde Audi bei der 70. Auflage des Langstreckenklassikers seiner Favoritenrolle gerecht. Zum dritten Mal in Folge gewannen die Ingolstädter den 24-Stunden-Marathon in Le Mans und landeten nach 2000 einen weiteren Hattrick. Der Audi R8 mit der Startnummer eins und den Fahrern Biela, Kristensen und Pirro überquerte vor den beiden anderen Werks-Audi die Ziellinie und holte zum dritten Mal in Folge die Siegertrophäe. Capello, Pescatori und Herbert wurden Zweite, der dritte Audi R8 im Bunde, mit den Piloten Krumm, Peter und Werner, schaffte mit Platz drei ebenfalls den Sprung aufs Podest und machte den Dreifachsieg perfekt. Mit der eindrucksvollen Vorstellung reihte sich Audi in die lange und traditionsreiche Geschichte des 24-Stunden-Rennens von Le Mans ein und darf nach dem dritten Erfolg, die Trophäe endgültig behalten.
Einen weiteren Rekord stellten auch die siegreichen Piloten auf. Als erste Fahrer überhaupt, schafften sie es das Rennen drei Mal in Folge zu gewinnen. Trotzdem gab sich der deutsche Frank Biela nach dem Rennen bescheiden: "Historie oder Ranglisten haben für mich nie eine Rolle gespielt. Aber Le Mans ist einfach etwas Besonderes – dieses Rennen dreimal zu gewinnen und das noch hintereinander mit denselben Kollegen, ist fantastisch.“ Mit seinem vierten Sieg ist Tom Kristensen dem König von Le Mans, Jacky Ickx, weiter dicht auf den Fersen. Ickx konnte insgesamt sechs Mal an der Sarthe gewinnen. "Das Ziel war, Geschichte zu schreiben. Das ist uns gelungen – für mich ist heute ganz sicher ein Traum wahr geworden", freute sich der Däne, der 1997 zusammen mit Michele Alboreto und Stefan Johansson zum ersten Mal siegte.
Besonders freuen konnten sich die beiden Le Mans Rookies Philipp Peter und Marco Werner. Bei ihrem ersten Start in Le Mans schafften sie zusammen mit Michael Krumm auf Anhieb den Sprung auf das Siegerpodest. Für Werner ging mit Platz drei ein "kleiner Traum" in Erfüllung und Philipp Peter konnte seine Emotionen kaum in Worte fassen.
Über die gesamte Distanz von 5120 Kilometern waren die drei Audi R8 mit ihren 610 PS die schnellsten Autos im Feld. Vom Start weg übernahm Audi die Führung und gab diese während der 24 Stunden nicht ein einziges Mal ab. Von der sechsten Stunde an lagen alle drei Werks Audi an der Spitze. Und Tom Kristensen unterbot am Sonntagmorgen den bestehenden Rundenrekord um fast vier Sekunden. Insgesamt legte der Siegerwagen 375 Runden zurück – sieben mehr als bei der Rekordfahrt im Jahr 2000. Möglich machte den Sieg einmal mehr die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge. Der Audi mit der Startnummer eins stand nicht einmal 20 Minuten an der Box und lief über die gesamte Distanz wie ein Uhrwerk. Entsprechend freute sich auch Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich: "Mit diesem Sieg ist ein Traum wahr geworden. Wir haben gewonnen, weil das ganze Team und unsere neun Fahrer hervorragende Arbeit geleistet haben. Unsere Autos liefen 24 Stunden lang trotz der hohen Temperaturen wie Uhrwerke."
Vierter in dem von Audi dominierten Rennen wurde der Bentley EXP Speed 8. Die Briten, die in diesem Jahr nur einen Sportwagen einsetzten, schafften dieses Mal den Sprung aufs Podest nicht, zu stark war die Konkurrenz aus Ingolstadt. Andy Wallace, Eric van de Poele und Butch Leitzinger blieb am Ende Platz vier und die Gewissheit, auch dieses Mal wieder "Best of the Rest" zu sein. Nach Startplatz elf im Qualifying kämpften sich die Piloten an die Spitze. Mit 13 Runde Rückstand auf das Siegerauto überquerten sie die Ziellinie und verteidigten ihren drei Runden Vorsprung auf die Fünftplazierten Beretta, Lamy und Comas im Oreca-Judd. "Wir haben das beste aus dem Rennen gemacht", bilanzierte Andy Wallace den 24-Stunden-Marathon. "Schade dass es in diesem Jahr nicht für einen Podiumsplatz gereicht hat."