Le Mans: Audi Dreifachführung auch nach 16 Stunden
Emanuele Pirro kommt zum nächtlichen Boxenstopp
Audi hat bei den 24 Stunden von Le Mans 2002 auch in der Nacht weiter „Vorsprung durch Technik“ demonstriert: Die drei Audi R8 waren nicht nur die schnellsten Autos im Feld, sondern auch die zuverlässigsten. Mit konstanten Rundenzeiten setzten sich die drei Werks Audi trotz je zwei Reifenschäden kontinuierlich vom Verfolgerfeld ab. Nach zwei Renndritteln lag Bentley auf Platz vier acht Runden hinter dem führenden R8 von Frank Biela, Tom Kristensen und Emanuele Pirro.
Das Siegertrio der vergangenen zwei Jahre übernahm am Samstagabend kurz vor 20 Uhr die Führung und baute den Vorsprung auf die beiden anderen Infineon Audi R8 in der Folge auf zwei Runden aus. „Wir hatten zwei Reifenschäden und haben dabei besonders viel Zeit verloren“, erklärte Johnny Herbert, der – genau wie Christian Pescatori – in der Nacht fast vier Stunden am Stück am Steuer des Infineon Audi R8 mit der Startnummer 2 saß. „Ich fühle mich in diesem Auto einfach wohl.“
In der Nacht begann das Desaster für die bis dato gut platzierten MG. Das Fahrzeug von Dayton / Knight / Hawkins fing auf der Strecke Feuer und verursachte kurz nach Mitternacht die erste Safety Car Phase. Nur wenige Minuten später das Aus für den viertplazierten MG von Reid / Hughes / Kane. Warren Hughes beklagte im Bereich der Dunlop Passage einen technischen Defekt. Die Mechaniker des Teams eilten an die Strecke, um den Piloten bei der Reparatur anzuweisen, aber ein Bruch der Antriebswelle war nicht zu beheben. Alle Hoffnungen der Briten lösten sich um 07:40 förmlich in Rauch auf, als der letzte verbliebene MG (Blundell / Bailey / Mc Garrity) auf der Mulsanne Geraden mit einer riesigen Wolke am Heck den Dienst quittierte.
Um 04:35 fing der Prodrive-Ferrari mit Alain Menu am Steuer in der Porsche Kurve Feuer. Der Schweizer hatte keine Chance das Fahrzeug zu retten. Die beiden Werks-Corvette übernahmen in der Folge die Führung. Nach 16 Stunden belegten Fellows / O´Connell / Gavin die gesamt zwölfte Position mit vier Runden Vorsprung auf Pilgrim / Collins / Freon im Schwesterauto.
In der GT-Klasse übernahm der The Racers Group-Porsche (Buckler / Luhr / Bernhard) in der 13. Stunde kurzzeitig die Führung vor dem Freisinger Team. Dumas / Maassen / Bergmeister stellten nach 16 Stunden das gewohnte Bild wieder her und konnten ihren Vorsprung auf eine Runde ausbauen.