Suchen in... Verzeichnis  Motorsport News        | Site hinzufügen |    QMN
Startseite
Motorsport Markt
Motorsport News
Motorsport News
24h: Erster Audi-Gesamtsieg
24h: HARIBO-Corvette trug den Goldbären durch Tag und Nacht
24h: Tragik beim Wochenspiegel Team Manthey, Frikadelli-Porsche auf Platz sechs
24h: Dritter Klassensieg in Folge für Peugeot
24h: Audi holt ersten Sieg am Ring
ADAC Eifel Rallye Festival: Veranstalter meldet ausgebucht
RCN: Perfektes Debüt für Marcel Hellberg
RCN: Halleluja für Honda, Pech für Polo
Villa Kunterbunt in der RCN: Gesamtsieg für Herrn Nilsson
Div.: 918 Spyder-Prototypen gehen in die Erprobung
ALMS: Bester Porsche nach turbulenter Schlussphase Sechster
DRyM: Porsche-Sieg für Lokalmatador Ruben Zeltner
RCN: Torsten Kratz überzeugt auf ganzer Linie
24h: Doppelt gemoppelt hält besser
24h: race& event: Mit dem Audi aufs Podium
Alle Motorsport News...
Features
RAC Rallye 2010
Autoluojus Ralli Pori
38. ADAC Rallye Oberehe
20. Rallye Zorn
ADAC Taunus Rallye
Featureübersicht
Bücher und Multimedia
DTM Race Driver 3: Create & Race für Nintendo DS ab sofort im Handel erhältlich
Forza Motorsport 2 ab Mai in den Regalen
"Mensch Schumi"
Übersicht
Motorsport 2000 Intern
Impressum
Firmeninfo
Email
Seitenanfang
 
2002-06-15 02:35:13 - ks
24h: Rennwagen oder Klavier – Hauptsache Pedale

"Wenn ich Golf spielte, würde ich es vielen einfacher machen"
Hans Werner Wüst, 51, Kölner Unternehmer (Bau-Projektentwickler ‚Wertgrund’), Buchautor und Privatrennfahrer war nach seinem Klassensieg beim ‚24 h-Rennen Nürburgring 2001’ auch beim diesjährigen 24 h-Rennen erfolgreich: als Doppelstarter sogar auf zwei Fahrzeugen am Start, belegte er den 2. und den 3. Platz in seiner Klasse. Das 24 h-Rennen auf dem Nürburgring wurde in diesem Jahr zum 30. Mal ausgetragen und ist die größte Motorsportveranstaltung der Welt. Über 150.000 Besucher an der Strecke und noch viel mehr Zuschauer an den Fernsehschirmen sahen insgesamt 203 Fahrzeuge, die abwechselnd von 752 Fahrern pilotiert wurden. Eine gigantische Organisation mit über 2.000 ehrenamtlichen Helfern ermöglichte die Mammutveranstaltung.

Doch nicht nur dem Rennsport, sondern auch der Musik, insbesondere der klassischen Musik, gilt seine besondere Liebe. So passt es auch gut, dass Wüst mit einer Konzertpianistin verheiratet ist. Wüst, der aus einer musikbegeisterten Familie stammt, erhielt auf Wunsch seiner Eltern mit 9 Jahren seinen ersten Klavierunterricht, um bereits 10 Monate später - diesmal jedoch auf eigenen Wunsch - wieder damit aufzuhören. Doch im fortgeschrittenen Alter von Ende dreißig begann er erneut mit dem Klavierspiel, nahm zweimal wöchentlich Unterricht, stand jeden Morgen eine Stunde früher als für ihn ansonsten üblich auf, übte bis zu 5 Stunden täglich - und spielte beim diesjährigen 24 h-Rennen während einer Pause einem überraschten Fernsehteam auf dem Flügel des Nürburg-ring-Sporthotels eine Nocturne von Chopin vor - was dann auch sogleich aufgezeichnet und gesendet wurde. Ein Rennfahrer, der zwischen seinen Fahrer-Turns Chopin spielt, gibt es schließlich nicht alle Tage. Aufgrund seines besonderen Interesses an der Musik von Frédéric Chopin veröffentlichte er vor zwei Jahren ein Buch über die Briefe des berühmten Komponisten (‚Frédéric Chopin, Briefe und Zeitzeugnisse’). Und seine intensive Beschäftigung mit dem jüdischen Humor führte durch Vermittlung von Ephraim Kishon zu dem Buch ‚Massel braucht der Mensch’, einer Sammlung jüdischer Anekdoten und Witze.

„Nebenberuflich“, so Wüst, „betätige ich mich auch noch als Unternehmer. Eigentlich bin ich aber weder ein ‚richtiger’ Unternehmer, noch Autor, noch Musiker, noch Rennfahrer, sondern nur von allem ein bisschen - leider aber von jedem zuwenig“, wie er augenzwinkernd hinzufügt.

Sein Weg als Unternehmer begann ebenfalls ungewöhnlich: Weil er noch nicht volljährig war, erfolgte die erste Gewerbeanmeldung auf den Namen seiner Mutter, und während seiner Ausbildung bei einer Kölner Privatbank wickelte er seine Geschäfte in der Mittagspause aus einer nahegelegenen Telefonzelle ab. Nicht verwunderlich, dass er zur Abschlußprüfung bereits mit einem eigenen Aston Martin Sportwagen fuhr. Und auch die ersten motorsportlichen Erfolge feierte er bereits als 21-jähriger: Mit seinem ersten Porsche gelangen ihm auf Anhieb mehrere Klassensiege auf dem Nürburgring.

Die Kombination ‚Musik und Motorsport’ findet Wüst überhaupt nicht ungewöhnlich. Er verweist auf Herbert von Karajan, der ein großer Musiker und gleichzeitig ein begeisterter Motorsportler war. Die physischen und psychischen Beanspruchungen von Pianisten und Rennfahrern, so Wüst, seien teilweise ähnlich. Dazu gehöre die Kombination der Fähigkeiten, sich über einen relativ lan-gen Zeitraum - meistens ein bis zwei Stunden - permanent hoch konzentrieren zu können, eine überdurchschnittlich kurze Reaktionszeit, eine hervorragende Koordination zwischen Kopf und Hän-den sowie viel Gefühl für das richtige Tempo. Auch die sinnlichen Erlebnisse seien, so Wüst, ähnlich: „Starke, rhythmisch geprägte Sinneseindrücke führen zusammen mit der außerordentlichen Streßsituation eines Konzertes bzw. eines Rennens zu einer erheblich vermehrten Ausschüttung an Endorphinen und somit zu rauschartigen Glücksgefühlen. Außerdem handelt es sich bei Pianisten und Rennfahrern um extrem singuläre Individuen, die sich während eines Auftritts bzw. während eines Rennens in einem völlig isolierten Wahrnehmungsfokus befinden.“ Selbstverständlich sind ihm aber auch Unterschiede bewußt. Wüst: „Das Rennfahren ist doch letztlich nichts anderes als eine typisch männliche, und zwar archaische bzw. atavistische Verhaltensweise: Jagen und gejagt werden, Kämpfen und gewinnen wollen.“

Als bloße ‚Hobbys’ möchte Wüst seine unterschiedlichen Beschäftigungen aber nicht verstanden wissen: „Das Wort ‚Hobby’ hat für mich einen etwas abwertenden Klang. Wenn man sich wirklich ernsthaft mit einer Sache beschäftigt und darin viel Lebenszeit, Energie und vielleicht auch Geld investiert, handelt es sich um mehr als nur um eine ‚nette’ unterhaltsame Freizeitbeschäftigung. Und das gilt nach meiner Meinung für jede Art der Beschäftigung, die man mit großer Ernsthaftigkeit und Leidenschaft betreibt, auch wenn damit keine Einkünfte generiert werden bzw. generiert werden können.“

Körperlich fit hält sich Wüst durch einen möglichst gleichmäßigen Tagesablauf, eine gesunde Ernährung und regelmäßiges Kart-Fahren. Wüst: „Indoor-Karting halte ich für eine der gesündesten Sportarten überhaupt: Im Gegensatz zum Joggen und zu den meisten Ballsportarten - Golf eingeschlossen - werden so gut wie keine Gelenke und Gelenkbänder beansprucht, dafür aber um so mehr Muskeln. Jeder, der zum ersten Mal Kart gefahren ist, weiß spätestens am nächsten Tag von seinem ‚Ganzkörpermuskelkater’ sowie von der hohen Kreislaufbelastung zu erzählen.“

Die etwas ungewöhnliche Kombination seiner Interessen kommentiert Wüst so: „Natürlich würde ich es einigen Menschen einfacher machen, wenn ich statt Kart zu fahren, Golf spielte - das würde schließlich auch das übliche Klischee besser bedienen -, aber mein Beruf gibt mir eine gewisse materielle Sicherheit, die Musik sorgt für mein Seelenheil und der Motorsport erfüllt mein Bedürfnis nach Herausforderung und Grenzerfahrung.“


Verwandte News:
Viebahn: "...wir lieben laute Autos und fahren weiter"

Power aus Biodiesel

Niemals aufgeben!
Artikel per Email versendenArtikel per Email versenden
Artikel druckenArtikel drucken