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24h: Niemals aufgeben!

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Der Morgan +8 auf der Nordschleife |
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| Murphys Gesetz Nummer eins besagt, dass "alles, was schief gehen kann, auch schief gehen wird." Diese Weisheit bekam das Team, dass 2002 im vierten Jahr den spektakulären Morgan +8 beim 24-Stunden-Rennen an den Start bringt, zu spüren. Christian Bock, Michael Bock, Hans-Peter Richrath und Josef Habets hatten sich viel vorgenommen. Der englische Roadster wurde über den Winter komplett neu aufgebaut. Zum Einsatz kamen ein neuer Überrollkäfig, ein überarbeitetes Fahrwerk und ein neu gelagerter Motor.
Der Leidensweg begann schon im ersten Training am Freitagmorgen. Nach nur acht gefahrenen Runden streikte bei dem Morgan +8 (Startnummer 88) der Motor. Erkennen Sie das Muster? Das Fahrzeug wurde umgehend nach Köln in die Werkstatt verfrachtet, wo der Motor von Christian Bocks privatem Morgen dann "dran glauben" musste. Nach einigen Stunden Arbeit brach das Team wieder in Richtung Eifel auf. Um 03:00 Uhr am Samstagmorgen befand sich der Morgan wieder in der Box - rennfertig.
Pünktlich um 14:00 Uhr am Samstag startete der Morgan +8 ins Rennen. Nach knapp fünf Stunden, die mit durchschnittlich respektablen 11:30 Minuten pro Runde gefahren werden konnten, das nächste Problem: Achsschenkelbruch direkt an der Schweißnaht! Das sind aber kleine Fische für die Jungs um Technikchef Büb Habets. In kurzer Zeit war der Achsschenkel wieder geschweißt und der Morgan auf der Piste.
Gegen 21:15 dann die Katastrophe: der Morgan kam mit Motorenproblemen an die Box. Die Diagnose war ernüchternd - Ventil abgerissen. Nachdem der Sponsor des Teams rund 40 Gäste vor Ort hatte, war an ein Aufgeben nicht zu denken. Zwei Mann machten sich erneut auf in die Domstadt, um mit einem Satz neuer Pleuel und einer gebrauchten Kurbelwelle den Motor, der am Freitag seinen Dienst quittiert hatte, neu aufzubauen. Derweilen kümmerten sich die restlichen Mechaniker am Ring darum, den defekten Motor auf dem Roadster auszubauen.
Als die geladenen Gäste ihr Frühstück einnahmen dann die ersten Gerüchte: "Der Morgan soll wieder fahren." In der Tat hatten die Mechaniker alles gegeben. Um 7:00 Uhr am Sonntagmorgen war der überarbeitete Motor aus Köln zurück und das Team machte sich gleich daran, das Fahrzeug wieder zusammen zu bauen. Gegen 11:00 Uhr kehrte der Morgan auf die Rennstrecke zurück und absolvierte die letzten drei Stunden ohne Probleme.
Um 14 Uhr kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Zugegeben - das Auto war von den 24 Stunden höchstens zehn tatsächlich auf der Rennstrecke. Umso mehr wird aber die Leistung des Teams deutlich: nicht aufgeben, Einsatz bis zur Erschöpfung - und wozu? Weil es einfach ein gutes Gefühl ist, Unmögliches möglich gemacht zu haben. Weil es ein gutes Gefühl ist, in einem eingespielten Team seinen Platz zu haben und zu fühlen, dass man respektiert und gebraucht wird. Das konnte man den zwar vollkommen ermüdeten aber überglücklichen Gesichtern ansehen.
"Nächstes Jahr wird es wieder besser laufen", ist sich das Team einig.
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