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2002-06-01 21:31:15 - ks
DTM: Aiello mit hauchdünnem Vorsprung vor Menu

Die erste Startreihe für das Qualifikationsrennen
Dramatik pur und ein Ergebnis, das ein spannendes Rennen erwarten lässt: Kurz vor Fallen der Zielflagge des 45-minütigen Zeittrainings auf dem Sachsenring jagte Laurent Aiello im Abt-Audi TT-R dem Führenden Alain Menu (Opel Astra V8 Coupé) die Bestzeit um den Hauch von 0,019 Sekunden ab. Der amtierende Meister Bernd Schneider hatte sich im Mercedes-Benz CLK-DTM in einem fahrerischen Kraftakt auf Rang drei katapultiert. Bilanz bei Trainingsende: die drei DTM-Marken auf den ersten drei Startplätzen, alle fünf Abt-Audi-Fahrer sowie vier der sechs Opel-Piloten unter den Top Ten, die ersten 15 Fahrer innerhalb einer Sekunde, fünf verschiedene Nationalitäten unter den ersten Fünf. Zum 35 Kilometer kurzen Qualifikationsrennen am Sonntag (Live-Übertragung im ZDF ab 15.20 Uhr) startet damit der Führende der Tabelle von der Pole Position: Aiello liegt nach drei von zehn Rennen mit 25 Punkten vor Jean Alesi (Mercedes-Benz, 17) und Mattias Ekström (Abt-Audi, 16).

„Sorry für Alain, happy für mich“, sagte der Trainingsschnellste Aiello. „Der Kurs ist ganz schön trickreich, was die Abstimmung der Autos angeht. Sobald die Sonne hinter den Wolken vorkam und es nur ein ganz klein bisschen wärmer wurde, fing es an, rutschiger zu werden. Wir hatten ganz schön Druck auf unseren Schultern.“ Der Franzose, der in dieser Saison bereits zwei Mal gewonnen hat, benannte als Ziel: „Mir geht es vor allem darum, nach meinem Alptraum-Rennen in Donington wieder Punkte zu sammeln, natürlich wäre ein Sieg sehr schön.“ Zweitschnellster des Teams Abt Sportsline wurde der ehemalige Formel-1-Fahrer Karl Wendlinger (A) auf Platz fünf vor Abt-Junior Martin Tomczyk. Teamchef Hans-Jürgen Abt: „Unser Abt-Mannschaftsergebnis ist einfach toll, und wenn bei Laurent alles passt, dann hat er die Fähigkeit, noch das letzte Quäntchen aus dem Auto zu holen.“

Auch Opel-Sportchef Volker Strycek war zufrieden: „Vor allem das Euroteam hat einen sehr guten Job gemacht. Alain hat die Pole denkbar knapp verloren und steht in Reihe eins, und sein Teamkollege Yves Olivier lag bei Trainingsbeginn auch vorne und startet nun als Vierter aus der zweiten Reihe – sehr gute Voraussetzungen fürs Rennen.“ Der Schweizer Menu hatte zuletzt in Donington Park durch Rennpech seinen sicheren zweiten Platz verloren, als er zwei Runden vor Schluss wegen eines durch ein Wrackteil verursachten Reifenschadens an die Box musste. „Ich blicke sehr optimistisch auf das Rennen, denn mit ein bisschen mehr Glück als beim letzten Mal habe ich sehr gute Chancen, aufs Podium zu kommen“, sagte der zweimalige Britische Tourenwagen-Meister. „Am Ende des Trainings hatte ich noch versucht, Aiellos Zeit zu kontern, dabei bin ich übers Limit gefahren und leicht weg gerutscht.“

„Wenn man die Sektorenzeiten hier analysiert, dann fehlen uns nur zwei Zehntelsekunden, und wir arbeiten daran, diese auch noch weg zu feilen“, zog Bernd Schneider Bilanz. „Ich war Anfang der Woche in Hockenheim testen, was sich offenbar schon ausgezahlt hat.“ Der dreimalige DTM-Champion zeigte sich begeistert vom 3,645 Kilometer langen Sachsenring: „Hier wird man als Fahrer wirklich herausgefordert, denn in den schnellen Kurven muss man gewissermaßen das Messer zwischen die Zähne nehmen – und das Herz in die Hände. Ich freue mich deshalb sehr auf das Rennen.“


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