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24h: "Wer hat fünf Liter Super Plus?"

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Die Lotus Elise des Teams Brandes & Dschüdow in der Dämmerung |
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| Es sind die kleinen kuriosen Geschichten, die das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring einzigartig machen. Jochen Werner, der gemeinsam mit Detlef Saat, Wolfgang Schuhbauer und Michael Schlüter die Lotus Elise des Teams Brandes & Dschüdow pilotierte, hatte bei seinem ersten Einsatz beim Langstreckenklassiker gleich zwei Erlebnisse, die er mit Sicherheit nie vergessen wird.
Werner, der bei BMW als Designer tätig ist, hatte das Glück den Start fahren zu dürfen. "Die Kulisse, die Fans - der totale Wahnsinn. Ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich an die Einführungsrunde denke." Von Position 92 ins Rennen gestartet, bekam Werner in der zehnten Runde planmäßig das Signal von der Box, in der nächsten Runde herein zu kommen. Am Wehrseifen dann die Schrecksekunde: die Lotus Elise begann zu stottern. Klare Sache - kein Sprit mehr. Werner überlegte schnell und kam zu dem Schluss, dass es am sinnvollsten sei, die Ausfahrt hinter der Breidscheid-Brücke für einen kurzen Tankstopp zu nutzen. Nachdem er aus dem Fahrzeug gestiegen war, lief Werner in Richtung Café Terasse. "Wer hat fünf Liter Super Plus?" Erstmal keine Reaktion. Dann kam eine ältere Dame auf ihn zu und sagte: "Komm mal mit Jung zu meinem Auto. Da, den Kanister kannste haben." Nachdem Werner sich bei der Spenderin bedankt hatte, ging es wieder auf die Rennstrecke. "Die Aktion hat insgesamt acht Minuten gedauert, aber diese Dame hat uns wirklich enorm geholfen. Toll!"
Leider behinderten weitere technische Probleme den Verlauf des Rennens. So führte beispielsweise ein Riss im Auspuffkrümmer dazu, dass Abgase ins Cockpit zogen. "Das war wirklich unangenehm, bis ich auf einen Trick kam", berichtet Jochen Werner. "Ich habe mir auf den Geraden über die Windschutzscheibe Luft zugefächert. Vier Runden lang bin ich quasi einhändig gefahren und wir haben rund 15 Sekunden pro Runde verloren." Dass diese Aktion dennoch ihr Gutes hatte, ist den Fans rund um die Nordschleife zu verdanken. "Die Leute haben sich unheimlich gefreut, als ich in Edgar Dören-Manier unterwegs war und mir zurück gewunken. Von den Abgasen haben die natürlich nichts mitbekommen."
Trotz einiger Unwägbarkeiten rollte die Lotus Elise des Teams Brandes & Dschüdow nach 24 Stunden als 136. über die Ziellinie. Jochen Werner dokumentiert: "Einfach irre. Das Rennen hat unheimlich viel Spaß gemacht und ich habe wirklich viel dazugelernt. Ich bin nun endgültig mit dem 24-Stunden-Virus infiziert."
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