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24h: Joey Kelly bleibt gelassen

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Kelly startet im Schirra-Peugeot |
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| Fragt man Joey Kelly nach schnellen Erfolgen, wird man nur Kopfschütteln ernten: „Bei allem, was man im Leben erreichen will, braucht man Zeit – wenn es erfolgreich sein soll.“ Mit dieser Lebensphilosophie plant der Gitarrist der „Kelly Family“ auch seine Rennfahrer-Karriere: Nach vier Läufen in der BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft gibt der Musiker beim 30. 24-Stunden-Rennen sein Debüt. Gemeinsam mit Joachim Schirra, Michael Hess und Marco Wolf kämpft Kelly im Peugeot 306 S16 um den Sieg in der Klasse 3.
Das Bild wiederholt sich in den beiden Trainingssessions bei jedem Boxenstopp: Kelly stoppt sein Auto, bleibt ruhig hinter dem Steuer sitzen und hört sich aufmerksam das Urteil seiner Mechaniker vom Team Schirra Motoring an. Der ständige Pulk an Fotografen und Kamerateams um ihn herum stört den Gitarristen ebenso wenig wie die Fans, die immer wieder um ein Autogramm oder ein Foto bitten. Ein „durchweg angenehmes Gefühl“ begleite ihn am Nürburgring, ob auf der Strecke, im Fahrerlager oder bei den Fans an der Nordschleife, denen er zum Auftakt des Rennwochenendes einen Besuch abgestattet hat. Nervosität kennt Kelly nicht – auch nicht, wenn er an die nächtlichen Turns beim Langstreckenklassiker denkt, die zum schwierigsten gehören, was ein 24-Stunden-Rennen-Pilot zu meistern hat: „Ich empfinde keinen Druck, ich habe keinerlei Erwartungen.“ Und damit meint er auch ausdrücklich die Erwartungen, welche die motorsport-begeisterten Fans an ihn stellen, denn Kelly beantwortet Fragen nach dem Endergebnis mit einem schlichten „das wird sich zeigen“. Hat er denn keinerlei Ziele? „Ich will das Auto nicht verkratzen“, sagt Kelly nur trocken.
Konzentration ist die größte Herausforderung
Die souveräne Ruhe, die den ambitionierten Rennfahrer-Neuling umgibt, kommt aus einem anderen Marathon-Sport – dem Triathlon. Unzählige der strapaziösen Mammut-Veranstaltungen wie den „Marathon des Sables“ oder den „Ironman“-Triathlon auf Hawaii hat er bereits hinter sich. Dem entsprechend exzellent ist Kellys Kondition. Trotzdem hat er großen Respekt vor der Aufgabe, im Team zwei Mal rund um die Uhr die legendäre Nordschleife zu bezwingen: „Es ist eine weltweit einmalige Rennstrecke, die ungeheuer schwierig und anspruchsvoll ist. Sie fordert alles von einem Piloten, hier kann alles passieren.“ Deshalb ist für den 29-jährigen Wahlkölner nicht etwa die körperliche, sondern die geistige Ausdauer die größte Herausforderung. „Jede Runde ermüdet sehr schnell die Konzentration, das darf
man auf keinen Fall unterschätzen“, so Kelly, „denn besonders nach Einbruch der Dunkelheit findet man die Ideallinie nur noch schwer“. Aus diesem Grund hat er im Vorfeld des 24-Stunden-Rennens ein enormes Testprogramm absolviert. Satte 8.000 Kilometer liegen hinter Kelly, teils im ganz normalen Serienwagen, teils im Rennwagen. „Die Nordschleife kenne ich inzwischen gut genug, ich muss nicht mehr jedes Mal überlegen, welche Kurve nun auf welche folgt – mittlerweile liegt das im Blut.“ Dieses Wissen bedeutet ihm auch im Hinblick auf andere Rennstrecken sehr viel: „Wer auf der Nordschleife besteht, kann auch alle anderen Strecken bezwingen“, sagt der Gitarrist.
Im Herzen Rennfahrer: „Ich bin kein Promi, der nur ein paar Runden fährt.“
Bezwingen will Kelly noch eine ganze Menge Rennstrecken. Denn seine Pläne für die Zukunft sind entsprechend seiner Lebensphilosophie engagiert und langfristig: „Ich will dem Motorsport langfristig treu bleiben. Es ist ein weiter Weg, ich weiß, aber von meinem Ziel abbringen lasse ich mich nicht. Ich will nicht als Promi in ein Auto steigen, ein paar Runden fahren und es dabei belassen. Ich bin Sportler.“ In drei bis fünf Jahren will Kelly ein erstes Fazit ziehen und sehen, auf welchem Niveau er angelangt ist. Eine echte Hilfe für sein ehrgeiziges Ziel, vom erfolgreichen Vollblut-Musiker zum Langstrecken-Rennfahrer zu werden, ist für ihn die Begeisterung der Fans. „Die Stimmung an der Nordschleife ist unglaublich“, so Kelly. Die gesamte Strecke ist umgeben von jubelnden Fans, der Geruch von Gegrilltem zieht über die Fahrbahn, überall wird gefeiert – ich finde das phänomenal, echt wahnsinnig.“
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