24h: Doppelter Einsatz - dreifache Siegchance für Zakspeed
Heißer Kandidat für den Gesamtsieg: die Zakspeed Viper
Der Zakspeed-Mannschaft steht das wichtigste Rennwochenende der kompletten Saison 2002 bevor: Ab Mittwoch stehen auf dem Nürburgring zunächst zwei Rennen zum V8STAR-Cup auf dem Programm, ehe das prestigeträchtige 24 Stunden-Rennen auf der Kombination aus Nordschleife und umgebauter Grand Prix-Strecke über die Bühne geht.
Der Rennstall von Peter Zakowski startet mit reellen Siegchancen in alle drei Rennen. In der V8STAR haben Pedro Lamy und Robert Lechner, die beiden Piloten des Galeria Kaufhof-Teams Zakspeed, bislang den Ton angegeben und bei den ersten beiden Veranstaltungen nur durch Pech die möglichen Siege verpasst. Beim Heimspiel auf dem Nürburgring soll der erste Einzelerfolg für die Mannschaft aus dem nahen Niederzissen folgen. In der Teamwertung führt das Galeria Kaufhof-Team Zakspeed ohnehin schon.
Beim 24 Stunden-Rennen, das am Samstag um 14 Uhr gestartet wird, kann Firmenchef Peter Zakowski sich an die Spitze der ewigen Bestenliste setzen. Ein weiterer Sieg des amtierenden Titelverteidigers würde "Zak" vom erfolgreichsten Nordschleifen-Piloten der letzten vier Jahre zum besten Piloten aller Zeiten aufsteigen lassen. Zakowski hätte dann genau wie Marc Duez und Fritz Müller vier Gesamtsiege auf seinem Konto - mehr als alle anderen.
Die Vorzeichen dafür stehen günstig. Das Fuji-Team Zakspeed bringt jene Chrysler Viper GTS-R mit der Chassisnummer C36 an den Start, die im letzten Jahr schon als zweites Zakspeed-Auto im BF Goodrich-Look unterwegs war. Der Wagen wird genauso eingestuft wie die siegreiche Zakspeed-Viper aus Vorjahr: Er wiegt 1350 Kilogramm, sein Motor atmet durch zwei 30,8 Millimeter große Luftmengenbegrenzer und leistet entsprechend 460 PS; der Tank darf 90 Liter fassen.
Die lediglich im Bereich des Tanks mit neuen Teilen von Chrysler-Kundensportpartner Oreca überarbeitete Viper hat ihr Potenzial schon bei einigen Einsätzen in der Deutschen Langstrecken-Meisterschaft 2002 unter Beweis gestellt. Die Leistung und vor allem das maximale Drehmoment des Achtliter-V10 müßten die Viper des Fuji-Teams Zakspeed zum schnellsten Auto des Feldes machen.
Neben Peter Zakowski treten die beiden V8STAR-Piloten aus dem Galeria Kaufhof-Team Zakspeed auch beim 24 Stunden-Rennen an. Pedro Lamy war schon im letzten Jahr tragendes Element beim Zakspeed-Gesamtsieg. Robert Lechner hingegen bestreitet den 24 Stunden-Klassiker zum ersten Mal. Der Österreicher hat sich mit einem Einsatz im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft, einem zusätzlichen Viper-Test am letzten Mittwoch und einigen Runden im privaten Opel Corsa auf die schwierigste Rennstrecke der Welt eingeschossen. Insgesamt legte Lechner 19 Runden in der Viper und etwa deren 20 im Privatauto zurück. Außerdem schloss er sich noch einem Sektionstraining an, das Instruktor Markus Grossmann im Rahmen eines Lehrgangs der Zakspeed Nürburgring Rennfahrerschule abhielt, und ließ sich dabei auch das theoretische Grundwissen der wichtigsten Einzelabschnitte der "Grünen Hölle" vermitteln.
Stimmen vor dem Rennen
Peter Zakowski: "Die nächsten Tage sind gerade für uns die wichtigsten des ganzen Jahres. Denn die Mammut-Veranstaltung auf dem Nürburgring zieht natürlich jede Menge Aufmerksamkeit auf sich. Wir starten sowohl in der V8STAR als auch beim 24 Stunden-Rennen als Favorit. Mit dem Galeria Kaufhof-Team Zakspeed haben wir bei den ersten beiden V8STAR-Veranstaltungen jeweils sehr gut ausgesehen; jetzt wäre eigentlich mal ein Sieg fällig. Verdient hätten es sowohl unsere Fahrer als auch die komplette Mannschaft und unser neuer Partner, die Galeria Kaufhof. Mit der Chrysler Viper vom Fuji-Team Zakspeed müßten wir beim 24 Stunden-Rennen nominell die besten Siegchancen haben. Aber das heißt nicht, dass wir uns unserer Sache schon sicher sein dürfen. Ein 24 Stunden-Rennen stellt immer enorme Ansprüche an Mensch und Material - auf der harten Nordschleife ganz besonders. Bei 200 Teilnehmern besteht allein in dem dichten Verkehr schon die erste Gefahrenquelle; die Technik muß mitspielen, und man braucht ein Quäntchen Glück, um am Ende ganz vorn zu landen. Wir haben uns auf die doppelte Herausforderung vorbereitet, so gut es irgendwie ging. Jetzt muß während der nächsten Tage noch alles zusammen passen - dann dürfen wir uns am Sonntagabend hoffentlich über einige Pokale freuen."
Andreas Hainke (Teammanager): "Bei der V8STAR gibt es keine neuen Entwicklungen. Das Galeria Kaufhof-Team Zakspeed geht gut gerüstet in die Rennen. Wir rechnen uns gute Siegchancen aus. Auch beim 24 Stunden-Rennen sehe ich uns in der Favoritenrolle. Die Chrysler Viper GTS-R müßte vom reinen Speed her allen anderen Teilnehmern überlegen sein. Aber gerade bei einem 24 Stunden-Rennen kann immer etwas schiefgehen. Das Team muß von Mittwoch bis Sonntag voll bei der Sache bleiben und darf sich nicht den kleinsten Fehler erlauben. Das ist für die Mannschaft nicht einfach. Aber wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Ich gehe davon aus, dass wir diese größte Herausforderung des Jahres erfolgreich meistern werden."
Pedro Lamy: "Ich gehe zuversichtlich ins Wochenende. Im letzten Jahr war ich erstmals beim 24 Stunden-Rennen auf dem Nürburgring am Start. Die Chrysler Viper kannte ich da zwar schon von meinen Einsätzen in Le Mans und in der Internationale GT-Meisterschaft - aber die Nordschleife und die ganz spezielle Stimmung beim 24 Stunden-Rennen waren Neuland für mich. Ich war von der Größe und der Bedeutung der Veranstaltung beeindruckt. Ein Erfolg bei diesem Rennen zählt mittlerweile ja ebenso viel wie ein Sieg beim 24 Stunden-Rennen von Le Mans. Vor der Nordschleife hatte ich zwar Respekt - und habe den immer noch. Aber ich bin auf Anhieb gut zurecht gekommen. Wenn wir in diesem Jahr in der V8STAR und beim 24 Stunden-Rennen gewinnen, dann wäre das für mich schon etwas ganz Besonderes. Das Zeug dazu müßten wir haben."
Robert Lechner: "Ich kenne die Nordschleife zwar noch längst nicht so gut wie meine Teamkollegen - aber dennoch ausreichend, um mich der Aufgabe beruhigt stellen zu können. Ich kann vernünftig und locker an die Sache herangehen. Peter Zakowski ist da sicher in seinem Element. Ihn zu schlagen wäre sicher extrem schwierig - aber das ist ja zum Glück nicht das Ziel für mich. Wir sind ein Drei-Mann-Team; wir ziehen alle an einem Strang und können nur davon profitieren, dass Peter bei uns im Auto sitzt. Denn er ist auf der Nordschleife schon verflixt schnell. Die V8STAR ist für uns aber mindestens genauso wichtig wie das 24 Stunden-Rennen - schließlich fahren wir da um die Meisterschaft mit. Ich bin sicher, dass wir wieder aufs Podest fahren und um den Sieg mitkämpfen können."