Alfa Cup: Der Alfa 147 Cup wagt sich in die "Grüne Hölle" der Eifel
Joey Kelly als Gaststarter im Alfa 147 Cup
Während Ferrari-Star Michael Schumacher in der Formel 1 von Sieg zu Sieg eilt, drückt sein „Stiefbruder“ Sebastian Stahl (Neunkirchen) dem Alfa 147 Cup seinen Stempel auf. „Schumi 3“ – seine Mutter ist die Lebensgefährtin des Vaters der Schumacher-Brüder – liegt nach einem Sieg und einem zweiten Platz an der Spitze des neuen Diesel-Markenpokals von Alfa Romeo. Der 23 Jahre alte Stahl kommt als Tabellenführer zur dritten Runde des Alfa 147 Cup, dem Int. ADAC Zürich Agrippina 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring (29. Mai – 2. Juni, Dritter Lauf Alfa 147 Cup am 1. Juni).
„Schumi 3“ ist nicht der einzige bekannte Name unter den rund 25 Teilnehmern im Alfa 147 Cup. Auf der Nürburgring-Nordschleife pilotiert Musiker Joey Kelly (Siegburg) das VIP-Fahrzeug, das Alfa Romeo bei jedem Rennen zum Alfa 147 Cup einsetzt. Der 29 Jahre alte Gitarrist der „Kelly Family“, der in den letzten Jahren auch als Extrem-Läufer und -Radfahrer für Schlagzeilen gesorgt hat, betreibt seit einiger Zeit Motorsport. Im Alfa 147 1.9 JTD wagt er sich nun in die „Grüne Hölle“, wie die Nürburgring-Nordschleife einst von Formel-1-Weltmeister Jackie Stewart genannt wurde. Eine blendende Figur auch im feuerfesten Rennoverall machen zwei schnelle Damen im Feld des Alfa 147 Cup: Schauspielerin Eve Scheer (Köln), bekannt aus der RTL-Vorabendserie „Unter uns“, und das Schweizer Model Christian Surer.
Das Starterfeld im Alfa 147 Cup ist insgesamt ein bunt gemischtes Ensemble aus Routiniers und Nachwuchssportlern. Zu den erfahrensten Piloten im Diesel-Markenpokal zählt Peter Oberndorfer (Hamburg). Der heutige Testchef der Fachzeitschrift AutoBild gehörte früher zu den verwegensten Markenpokal-Piloten, bestritt danach u. a. mit Alfa Romeo die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM). Zur Kategorie der Routiniers zählt auch Gianni Giudici (Abbiategrasso). Der 56-jährige Lebemann aus Italien fuhr schon in fast jeder Rennserie unterhalb der Formel 1, darunter auch mit Alfa Romeo in der DTM und der ITC. Am anderen Ende des Altersskala rangieren aufstrebende Nachwuchstalente wie Markus Lungstrass (Burscheid), mit 19 Jahren der jüngste Teilnehmer im Alfa 147 Cup und auf Anhieb einer der Schnellsten (ein Sieg) oder der 23 Jahre alte Sebastian Stahl.
Insgesamt 13 Alfa Romeo Händler sind im Alfa 147 Cup vertreten. Einige davon belassen es nicht bei der Rolle als Pate der Einsatzfahrzeuge, sondern greifen zusätzlich selbst aktiv ein. Felix Wedam vom gleichnamigen Autohaus in Hausen beweist mit dem derzeitigen Tabellenrang drei, dass er nicht nur beruflich bestens mit den Fahrzeugen der Mailänder Avantgardemarke umgehen kann.
Basisfahrzeug im Alfa 147 Cup ist der Alfa 147 1.9 JTD, dessen Turbodiesel-Triebwerk in Rennversion rund 119 kW (160 PS) leistet. Die gegenüber den serienmäßigen 85 kW/115 PS relativ moderate Leistungssteigerung sorgt für niedrige Servicekosten und lange Lebenserwartung. „Bei der Sicherheitsausstattung und dem Fahrwerk orientieren wir uns allerdings an reinrassigen Rennfahrzeugen“, bekräftigt Alfa Romeo Motorsportkoordinator Vieri C. Timosci. So sind die Cup-Fahrzeuge mit einer eingeschweißten Sicherheitszelle extrem robust ausgelegt. Rennschalensitz, Sechspunktgurte und automatische Feuerlöschanlage entsprechen ebenfalls modernsten Sicherheitsstandards.
Um eine hochwertige Erstausrüstung sowie absolute Chancengleichheit zu gewährleisten, wurden alle Cup-Fahrzeuge zentral vom renommierten Team Holzer Motorsport aufgebaut. Bei identischer Motorleistung entscheiden einzig persönliches Fahrkönnen und Akribie in der Feinabstimmung des Fahrwerks über Sieg und Niederlage.
Bei den acht Rennen zum Alfa 147 Cup werden 537.400 Euro Preisgeld ausgeschüttet. Die Gewinnsummen erstrecken sich dabei von 4.500 Euro für den Sieger eines Rennens bis 250 Euro für den 36. Platz. Zusätzlich wird Preisgeld in der Junioren- und in der Damenwertung ausgezahlt. In beiden Kategorien erhalten die Sieger bei jedem Rennen jeweils 1.500 Euro, für Platz 5 gibt’s noch 500 Euro. Für die Gesamtwertung am Saisonende liegen weitere 45.800 Euro im Preisgeldtopf, der Cup-Sieger erhält 10.000 Euro.
Zur Kostenreduzierung trägt auch die „Città Alfa Romeo“ bei, das große Boxenzelt, in dem alle Cup-Teilnehmer während des Rennwochenendes untergebracht sind. In der auch für Zuschauer zugänglichen „Città Alfa Romeo“ findet jeder Cup-Teilnehmer eine bezugsfertige Box vor, der nötige eigene logistische Aufwand wird dadurch stark eingeschränkt. Die „Città Alfa Romeo“ hat noch einen weiteren Vorteil: Der Alfa 147 Cup benötigt im Fahrerlager weniger Stellfläche als vergleichbare Rennserien.