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2002-05-21 22:16:27 - ks
Berg Cup: Fischers Achim fischt frische Punkte

Der 4fache Bergmeister Norbert Brenner rutschte bereits im 1.Lauf von der Strecke.
Vor den Toren Bitburgs sorgten Sonnenschein und sommerliche Temperaturen für günstige Rahmenbedingungen am Wolsfelder Berg, dem dritten Austragungsort der Berg-DM und des KW Berg-Cup 2002 sowie dem zweiten Lauf zur Luxemburger Bergmeisterschaft. Die einen lieben die nur 1.64 km kurze, slalomähnliche Bergsprintstrecke. Andere wiederum, der rund 130 Piloten kommen alljährlich, angesichts der drei Spitzkehren und winkeligen Streckenteilen, mit eher gemischten Gefühlen in die Südeifel.

Zu den ersteren muss man Herbert Stenger (Stenger BMW CN) zählen. Der über 52 jährige Sommerkahler dominierte einmal mehr die gesamte, zumeist jüngere Konkurrenz, in den drei Rennläufen und auch im Top 20-Finale. In den Finals schrammte Stenger mit 44/100 Sekunden nur einen Wimpernschlag am Streckenrekord (1.03,17 Sek.), gehalten vom Luxemburger Christian Hauser (Reynard Cosworth F3000) vorbei. Uwe Lang im Osella BMW CN machte aus seiner Hassliebe zur Wolsfelder Achterbahn keinen Hehl. Der Schweinfurter lag nach den Quali-Läufen hinter Stenger, Stolz, Ianniello und dem Schweizer Pierre André Meroz (Stenger BMW C3) nur auf Rang fünf. Im Top 20 Finale platzte dann der berühmte Knoten bei Uwe Lang, zwei fehlerfreie Läufe kamen dabei zustande, was Rang zwei in der Endabrechnung und 9 Zusatzpunkte bedeutete.

Der voraussichtlich einzige Deutschland-Auftritt für „Raketen Bruno“ Ianniello, stellte den Eidgenossen nicht zufrieden. Einige Technische Problemchen piesackten den Lancia Delta S4. Nach einer Verschärfung des Gruppe H Reglement musste Ianniello in die Luxemburgischen Gruppe Li wechseln. Ianniello reiste mit dem Vorsatz an, wie im Vorjahr sich den Gesamtsieg zu holen und seinen eigenen Tourenwagen-Rekord (1.03,50 Minuten) ein weiteres mal nach unten zu schrauben. Beides misslang, dem am Ende Drittplatzierten.

Nach drei Rennen steht Herbert Stolz mit der maximalen DM-Punktzahl da. Norbert Brenner bot dem Österreicher im Training Paroli, im Rennen streifte der ex-Meister einen Reifenstapel und amputierte dabei seinem Mercedes 190 Evo II ein Rad. Nach Brenners Abgang hatte Stolz leichtes Spiel mit dem extrem wartungsarmen dp Porsche 935 II, der nach dem letzten Rennen in Eschdorf und bis zum nächsten Einsatz Mitte Juni beim Berg EM-Lauf in Trier, in einer Wolsfelder Garage schlummert (!).

Hinter Stolz platzierten sich Stengers Teamkollege Meroz und der schnellste Formelwagen am Wolsfelder Berg, Bernd Simon im Dallara Opel F3.

Der KW Berg-Cup rückte in Wolsfeld mit knapp 80 Gruppe H Rennern aus, das waren fast zwei Drittel des gesamten Feldes. In der kleinsten Klasse bis 1150 ccm zersägte Hans-Jürgen Glaser gleich im ersten Lauf die Antriebswelle des VW Polo. Rolf Kamphausen holte sich beim ersten Saisonstart den Sieg. Im Training stand Achim Fischer (Suzuki Swift 16V) noch eine Leitschiene im Weg. Nach erfolgreicher Nacht-Reparatur fuhr Fischer zum zweiten Saisonsieg in der heiß umkämpften Klasse bis 1300 ccm. Der Motor von Abo-Sieger Franz Weissdorn (VW Polo 16V) fiehl in der von Zuschauermassen bevölkerten „Bit-Kurve“ im zweiten Lauf „in den Keller“ und stahl dem Bayer fast zwei Sekunden. Überraschungsmann dieser Klasse war Dirk Pesch im VW Polo 8V, 6/10 Sekunden vor Harald Leikeim (VW Polo 16V).

Die Klasse bis 1600 ccm sah einen überragenden Ralf Kroll im VW Golf 16V in seinem Element. Egidio Pisano, Frank Brügge und der aus der Spezial-Tourenwagen-Trophäe bekannte Daniel Schrey (alle VW Golf), hatten nicht den Hauch einer Chance.

Im Formel 3-Tempo war Uli Thomas im Opel Ascona B 16V in der Klasse bis 2 Liter unterwegs, Jo Nardin aus Österreich (VW Golf 16V) war nur unwesentlich langsamer und schaffe wie in Schleiz den Sprung ins Top 20 Finale. Der amtierende Division II Champ des KW Berg-Cup, Frank Genbrock musste sein neues 16V-Treibwerk, nach technischen Problemen, durch den 8V-Motor kurzfristig ersetzen. Der Mülheimer hielt dennoch die 16V-Armada mit Thimm Stahmer (Opel Kadett C), Siegfried Rost (VW Golf) und André Schrörs (Talbot Lotus) in Schach.

Am kommenden Wochenende steht als Kontrastprogramm die 8,4 km lange Gerlos-Alpenstraße im Terminkalender des KW Berg-Cup das. Dort treffen Gerog Plasa, Bruno Ianniello und Co auf die Spezialisten aus dem Österreichischen Bergrallye-Cup, wie Günter Gabat oder Herbert Pregartner. Bereits eine Woche danach tritt der Cup zum zweiten Mal in Luxemburg an. Bei den Hill Race Days in Nommen will auch „Raketen Bruno“ an den Start gehen.


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