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2002-05-19 22:04:24 - ks
DTM: Alesi fährt in Donington ersten Sieg ein

(c) ts photo
Schneider war schneller - das Glück war auf Alesis Seite
Einen begeisternden Sieg feierte Jean Alesi in Donington Park (GB): Der Ex- Formel-1-Fahrer gewann im Mercedes-Benz CLK-DTM sein erstes DTM-Rennen – das erst dritte seiner DTM-Karriere. Zweiter in diesem dramatischen Lauf wurde Christian Abt vor Mattias Ekström (beide Abt-Audi TT-R). Der zweimalige Britische Tourenwagen-Meister Alain Menu sah im Opel Astra V8 Coupé bis kurz vor Schluss wie der sichere Zweite aus. Doch in der vorletzten Runde traf ihn das Rennpech: ein Reifenschaden als Folge von Wrackteilchen auf der Strecke. Menu (CH) musste die Box zum Wechseln ansteuern und wurde nur Achter. Der Führende der Meisterschaft, Laurent Aiello wurde nach Rennende aus der Wertung genommen, weil er die letzte von drei Stop-and-Go-Strafen nicht beachtet hatte. Der Franzose bleibt dennoch mit 25 Punkten an der Spitze der Tabelle, ihm folgen Alesi (17) und Ekström (16).

Nachdem einige der Top-Piloten im Qualifying Probleme gehabt hatten und deshalb von weit hinten starten mussten – dazu gehörten Christian Abt, Aiello und Meister Bernd Schneider – war Spannung vorprogrammiert. Das Qualifikationsrennen begann mit einem heftigen Crash, bei dem zum Glück beiden Fahrern nichts passierte: Uwe Alzen konnte im Mercedes-Benz CLK-DTM dem beim Start stehen gebliebenen Opel Astra V8 Coupé von Joachim Winkelhock nicht mehr ausweichen und krachte diesem bei hoher Geschwindigkeit aufs Heck. Die beiden konnten nicht mehr antreten. Für drei Runden führte das Safety Car das Feld um die Strecke. Am Ende gewann Jean Alesi, der beim Start den Trainingsbesten Manuel Reuter (Opel Astra V8 Coupé) überholt hatte, vor Martin Tomczyk (Abt-Audi TT-R) und Reuter. Sehenswert war der Kampf des 20-jährigen Tomczyk gegen Formel-1-Altstar Alesi.

Im Wertungslauf lag der Franzose dann zur Freude der Fans (21.000 waren zum ersten Auftritt der neuen DTM nach Donington gekommen) vom Start bis zum Ziel in Führung – bis auf die Runden, in denen wegen der Reifenwechsel das Feld durcheinander gewürfelt wurde. „Ich freue mich unbändig“, sagte Alesi, „weiß aber, dass mein Team und ich noch viel zu tun haben. Mein Kollege Bernd Schneider war nämlich eigentlich schneller als ich. Aber ich hatte mehr Glück.“ Schneider verlor seinen möglichen Podestplatz durch zwei Stop-and-Go-Strafen wegen Überschreitens des Tempolimits in der Boxengasse.

Für den zweitplatzierten Christian Abt war das Ergebnis eine echte Überraschung. „Gigantisch, das hätte ich nie gedacht, nachdem ich von Platz 20 gestartet war. Ich hatte hier Probleme, die richtige Linie zu finden. Jetzt freue ich mich riesig auf das Rennen auf dem Sachsenring in zwei Wochen, denn dort habe ich 1999 mein erstes STW-Rennen im Audi gewonnen.“ Sein Teamkollege Mattias Ekström (S) war ebenso glücklich über seinen dritten Platz, denn Ekström hatte aus der Boxengasse starten müssen: „Mein Auto war in der Rennpause nicht rechtzeitig fertig geworden.“

Die Opel-Piloten konnten ihr sehr gutes Ergebnis des Zeittrainings (Pole Position für Reuter, vier Opel-Piloten unter den ersten Sechs) durch eine Aneinanderreihung unglücklicher Ereignisse nicht in ein entsprechendes Rennresultat umsetzen. Reuter fiel als Folge eines unverschuldeten Unfalls wegen Antriebsschaden aus. Markenkollege Timo Scheider hatte bei dieser Kollision die Karosserie seines Astra Coupé ebenso schuldlos zerstört. Michael Bartels war ins Kiesbett geschubst worden. Opel-Sportchef Volker Strycek: „Das war unbeschreiblich viel Pech auf einmal. Aber wir bleiben optimistisch, denn unsere Fahrer haben keine Fehler gemacht und unser Opel Coupé war absolut wettbewerbsfähig.“

1. Jean Alesi (Mercedes-Benz) 25 Runden in 38.58,198 Minuten
2. Christian Abt (Abt-Audi) 12,500 Sekunden zurück
3. Mattias Ekström (Abt-Audi) 14,745 Sekunden zurück
4. Christijan Albers (Mercedes-Benz) 16,626 Sekunden zurück
5. Karl Wendlinger (Abt-Audi) 18,992 Sekunden zurück
6. Marcel Fässler (Mercedes-Benz) 21,966 Sekunden zurück
7. Patrick Huisman (Mercedes-Benz) 23,513 Sekunden zurück
8. Alain Menu (Opel) 31,068 Sekunden zurück
9. Bernd Mayländer (Mercedes-Benz) 33,165 Sekunden zurück
10. Peter Dumbreck (Mercedes-Benz) 33,404 Sekunden zurück


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