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2002-05-19 12:19:19 - ks
DTM: Manuel Reuter startet von der Pole Position

(c) ts photo
Erste Opel-Pole 2002 für Manuel Reuter
Ein extrem schneller Mutkurs, und dann auch noch Nieselregen: Die Bedingungen beim Zeittraining zum dritten Lauf der DTM auf dem 4,023 Kilometer langen Kurs Donington Park (GB) in Mittelengland hätten anspruchsvoller nicht sein können, das Zeittraining nicht spannender: In buchstäblich letzter Minute holte sich Manuel Reuter im Opel Astra V8 Coupé die Trainingsbestzeit (1.38,703 Minuten), gleichzeitig die erste Pole Position für Opel in dieser Saison. Reuter verdrängte mit seiner Bestzeit den zuletzt Führenden, Mercedes-Star Jean Alesi (1.38,770) von der sicher geglaubten Spitze. Die gleiche Rundenzeit wie Alesi markierte auch Reuters Opel-Kollege Alain Menu, was ihm den dritten Startplatz bescherte. Bester Abt-Audi-Fahrer wurde Martin Tomczyk (1.39,361) auf dem vierten Rang. Die ersten drei Fahrer beendeten das Training innerhalb 0,067 Sekunden.

Bis zehn Minuten vor Ende der hochdramatischen 45 Minuten des Trainings hatten vier von insgesamt sechs Opel-Piloten die ersten zwei Startreihen komplett okkupiert: Manuel Reuter, Alain Menu, Timo Scheider und Joachim Winkelhock. Mit einem sehenswerten Kraftakt katapultierte sich Jean Alesi dann an die Spitze - gleich vier Zehntelsekunden vor allen anderen. Diese Fabelzeit schien Bestand zu haben, denn es begann wieder stärker zu regnen. Doch zuerst schaffte der zweimalige britische Tourenwagen-Champion Alain Menu die gleiche Rundenzeit wie Alesi, und dann holte Reuter zum Schluss sensationell die Pole Position für das Qualifikationsrennen am Sonntag. "Das ist das Ergebnis harter Arbeit", so ein zufriedener Reuter, der schon 1994 in Donington Park den ersten Sieg für den Opel Calibra V6 hatte feiern können. "Wir haben schon bei den ersten beiden Rennen in Hockenheim und Zolder gesehen, dass unser Astra Coupé stark ist, hier haben wir das Potenzial in die Trainingsbestzeit umsetzen können."

"Unglaublich, wie eng es in der DTM zu geht", sagte der Ex-Formel-1-Pilot Jean Alesi. "Audi, Opel und Mercedes sind von der Basis her gleich schnell. Also zählt wirklich die Kunst, sein Auto sehr gut abzustimmen und dies dann fahrerisch umzusetzen. In dieser Chancengleichheit sehe ich einen sehr großen Unterschied zwischen DTM und Formel 1." Enttäuschend verlief das Zeittraining für Alesis Teamgefährten, den dreimaligen DTM-Champion Bernd Schneider. Der derzeitige Tabellendritte startet nur von Rang 16. "Wir dachten, dass man mit profillosen Slickreifen schnelle Rundenzeiten erreichen könnte. Aber immer wenn ich auf der Strecke war, hat es angefangen zu nieseln. Bei solchen Verhältnissen gibt es halt immer Gewinner und Verlierer, und ich zähle heute nicht zu den Gewinnern."

Ähnlich wie Schneider erging es dem Franzosen Laurent Aiello. Der nach seinen Siegen in Hockenheim und Zolder Führende in der Meisterschaft wurde im Abt-Audi TT-R nur 17., und war einigermaßen ratlos: "Ich war heute morgen im freien Training Schnellster, deshalb haben wir zum Zeittraining nichts am Auto verändert. Wir verstehen noch nicht, wieso ich keinen Grip hatte und deshalb auch keine schnelle Runde fahren konnte. Wir analysieren jetzt, woran das lag - und setzen alles daran, eine bessere Lösung finden." Teamchef Hans-Jürgen Abt: "Ich glaube, das gibt morgen eines der spannendsten DTM-Rennen überhaupt, wenn Laurent und Bernd von so weit hinten starten. Stolz bin ich auf unseren jungen Martin Tomczyk, der mit seinem vierten Platz gezeigt hat, dass unser Abt-Audi seine Wettbewerbsfähigkeit nicht eingebüßt hat. "


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