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2002-05-14 23:59:34 - spmm
Rallye WM: Colin McRae will den Vorjahreserfolg in Argentinien wiederholen

Top motiviert: Colin McRae
Die Rallye Argentinien (16. – 19. Mai) ist die erste Rallye in diesem Jahr, die außerhalb Europa stattfindet. Ford reist voller Erwartungen nach Südamerika. Grund für diesen ausgesprochenen Optimismus im Hause Ford ist das gute Ergebnis aus dem letzten Jahr und das Abschneiden bei der ersten Schotter Rallye der aktuellen Saison, der Rallye Zypern. Beim letzten Kräftemessen in Argentinien konnte sich Colin McRae und sein Co-Pilot Nicky Grist durchsetzten und landeten in der Saison 2001 ein souveränen Start-Ziel-Sieg. Auch in diesem Jahr zeigte McRae bereits, dass auf Schotter mit Ford zurechnen ist. Er führte die Rallye Zypern bis zum letzten Tag an. Beendete die Siegträume seines Teams allerdings mit zwei brutalen Überschlägen abrupt.

Die Wertungsprüfungen in Argentinien sind generell viel weicher und schneller als die auf Zypern. „Ich hoffe ich werde in diesem Jahr mehr Erfolg haben als im letzten Jahr. Der Focus ist auf Zypern gut gelaufen und ich denke, dass wir auch in Südamerika wettbewerbsfähig sein sollten“, sagte der 40-jährige Spanier und Sieger der Rallye Argentinien 1991. „Auch wenn die WPs hart und rau sind, so schlimm wie auf Zypern kann es nicht sein und unter diesen Bedingungen arbeitet unser Auto sehr gut. Die Rallye ist ein Mix aus verschiedenen Straßenbedingungen und wird nie einseitig. Es gibt schnelle, langsame, enge aber auch sehr weite Streckenabschnitte.“ Sainz belegte im letzten Jahr den dritten Platz und rundete damit das gute Ford Ergebnis ab.

Colin McRae ist trotz seiner Unfälle auf Zypern guter Dinge und will seinen Vorjahreserfolg in Argentinien auf jeden Fall wiederholen. Er rechnet sich durch seine späte Startposition, die anhand der Position in der WM-Tabelle festgelegt wird, große Chancen aus auch in diesem Jahr wieder ganz an der Spitze mitmischen zu können. „Die nächsten drei Rallyes sind alle auf Schotter, was unsere Weltmeisterschaftshoffnungen positiv unterstützt. Der Focus ist auf Schotter richtig gut und konkurrenzfähig, wie man auf Zypern schon gesehen hat. Die Rallye Argentinien passt also bestens in unseren Plan“, sagte Colin McRae optimistisch.

Der dritte Ford Focus wird in Argentinien von Markko Märtin und seinem Beifahrer Michael Park gefahren. Seinem ersten Start in Argentinien, letztes Jahr ist Märtin nicht gestartet, sondern fuhr nur den Shake-down und machte einen Aufschrieb, blickt er positiv entgegen. „Etwas über die Rallye zu sagen, wenn man die Strecken noch nicht unter Wettbewerbsbedingungen gefahren ist, ist schwer. Ich denke aber die Strecken werden nicht das schwerste sein. Die größte Herausforderung sehe ich in der richtigen Wahl des Setups. Die Strecken variieren in den Gegebenheiten so stark, dass nur ein Kompromiss die richtige Performance bringen kann. Es wird eine harter Job, aber wir freuen uns drauf“, sagte der junge Ford-Pilot.

Eine Schwere Aufgabe für die Autos bzw. die Motoren sind insbesondere die enormen Höhen, in die die Rallye auf der letzten Etappe steigt. Wenn man von Kenya absieht, ist der letzte Tag der Argentinien mit einer Höhe von 2215 Metern über Normal Null der höchste Punkt in der ganzen Saison. Die Motoren haben in diesen Höhen mit „Sauerstoffmangel“ zu kämpfen; vergleichbar mit einem Menschen der nicht genug Luft zu atmen bekommt. Wenn der Luftdruck fällt, reduziert sich auch die Leistung der Motoren. Wenn die Motoren weniger Luft bekommen, verbrennen sie weniger Benzin und haben dem Entsprechend weniger Leistung. In den für die Rallyeautos enormen Höhen ist rund gerechnet 30 Prozent weniger Luft verfügbar, was auch zu einem Leistungsverlust der Motor um ca. 30 Prozent zur Folge hat. Auch wenn die Motoren schon sehr weit entwickelt sind, war es den Technikern bisher nur möglich den Leistungsverlust zu reduzieren, nicht aber ganz abzuschalten.

Wenn Ford weiterhin die Optionen auf die Meisterschaft behalten will, besteht für Team und Fahrer aber absoluter Zugzwang. Carlos Sainz liegt in der Fahrerwertung als bester Ford-Pilot nur auf Platz sechs und Colin McRae sogar nur auf dem 10. Rang. In der Marken-WM sieht’s von der Position her schon besser aus, hier teilt sich Ford mit Subaru punktgleich den zweiten Platz. Hat aber auch hier schon 41 Punkte Rückstand auf die dieses Jahr dominant fahrenden Peugeots.
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