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2002-05-11 23:03:56 - DiNo
24h: Drei Jahrzehnte 24 Stunden Nürburgring Teil 2

Ludwig / Niedzwiedz / Gartmann gewinnen das Rennen 1982
Immer mehr Rennstars wollen beim Long Run dabei sein, ist er doch vom Prestige her hoch angesiedelt. Sie treten gegen die Ring-kundigen Amateure an. 1982 sind es beispielsweise die beiden Ford-Kläuse Ludwig und Niedzwiedz, die sich mit Dieter Gartmann in die Siegerliste eintragen. Mit von der Partie ist in diesem Jahr auch der frisch gebackene Formel-1-Weltmeister Keke Rosberg. Der Finne hat irren Respekt vor dem Kurs, nachts überlässt er gerne Rallye-Champion Ari Vatanen das Steuer des Capri.

Der Capri ist dann auch der letzte Siegerwagen auf der Traditionsstrecke, bevor der Ring umgebaut wird. Zudem ändern sich die Sportgesetze und das Rennen steht wieder einmal vor einer Neukonzipierung. Die Bauarbeiten am Grand-Prix-Kurs lassen 1983 die Durchführung des Marathons nicht zu.

1984 - die erste Boomphase
Nach der Zwangspause beginnt 1984 die Boom-Phase des 24 Stunden-Rennens. Es wird zur einzigen international renommierten Großveranstaltung auf der traditionsreichen Nordschleife, und zieht allein schon dadurch viele Besucher an. Ein Wechselspiel entsteht, das bis heute andauert. Mehr Zuschauer – das weckt das steigende Interesse der Hersteller, die immer mehr Spitzenfahrer einsetzen. Mehr Spitzenfahrer – das lockt noch mehr Fans in die Wälder rund um das Asphaltband. Die konsequente Organisationsarbeit des ADAC Nordrhein einerseits und die einmalige Atmosphäre mit Volksfestcharakter rund um den Eifelkurs andererseits leisten ein Übriges.

Neben den treuen Zuschauern, die alljährlich mit Kind und Kegel ihre Stammplätze in der Hatzenbach, im Adenauer Forst, Brünnchen, Schwalbenschwanz usw. bevölkern, kommen immer mehr Fan-Clubs und andere Organisationen mit unzähligen kleinen und größeren Festivitäten von der Lagerfeuer-Party bis hin zu Live-Musik. Eine große Familie, die sich einmal im Jahr trifft, um Stars und Sternchen im Renntourenwagen zu erleben – einen ganzen Tag und eine ganze Nacht lang. Die Zuschauerzahlen steigen von 25.000 im Jahre 1986 über 50.000 (1987), 60.000 (1988) auf über 100.000 im Jahre 1989. Der aktuelle Rekord: Im Jahr 2001 erweisen rund 132.000 Fans an fünf Motorsporttagen der weltweiten Renngemeinschaft ihre Referenz. Tendenz steigend ...?

Nicht jeder darf fahren!
Doch blättern wir in den Analen noch einmal etwas zurück. 1984 kommt die Gruppe A sowie die neu ins Leben gerufene Gruppe H zur Geltung. Das erste Rennen mit 133 Startern auf dem neuen Ring ist eindrucksvoll, das Interesse bei den Aktiven nimmt zu. In den nächsten drei Jahren wird die 200er Schallmauer überschritten – 1987 gibt es sogar 230 Nennungen. Das hat allerdings auch einen bitteren Beigeschmack: Vorab muss bereits 30 Bewerbern eine Absage erteilt und im Qualifikationstraining entscheidet sich, wer fahren darf. Lediglich 180 Teams sind zur dieser Zeit für das Rennen startberechtigt. Zudem macht ein anderes Problem den Organisatoren zu schaffen: Das ONS-H-Reglement wird immer freizügiger. 1989 kommt dann das Aus für die Gruppe H. Das bleibt natürlich nicht ohne Kritik, aber nicht jede Entscheidung kann populär sein.

Die DTM als neues Zugpferd
Wieder einmal muss nach neuen Wegen gesucht werden, der Nordrhein-Klassiker droht an Attraktivität zu verlieren. Ein völlig neues Konzept wird entwickelt und 1989 werden die DTM, die DTT sowie der Porsche Cup in das 24-Stunden-Boot geholt. Das Mammutprogramm mit den absoluten Highlights der Tourenwagenszene wird bis 1995 jeweils an fünf Tagen abgewickelt. Die gelungene Kombination von Sprint- und Langstreckenrennen auf der schwierigsten und schönsten Rennstrecke der Welt begeistert alle. Sie sorgt dafür, dass bei der größten Motorsportveranstaltung Deutschlands die Besucherzahlen erstmals die 100.000er Marke überschreiten. Die motorsportbegeisterten Massen werden wie ein Magnet angezogen.

Aber die DTM-Truppe gibt nur fünf Mal ein Gastspiel auf der Nordschleife. Aus Sicherheitsgründen tritt sie 1994 lediglich auf der Kurzanbindung des Grand-Prix-Kurs an. 3,029 statt 25,3 Kilometer - die Fans trauern. Die höchste nationale Tourenwagenklasse verabschiedet sich 1994 dann endgültig aus dem Kooperationsprojekt 24 Stunden Nürburgring.


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