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2002-05-11 22:15:02 - ju
VLN: Peter Scharmach der „Primus inter pares“

(c) ks design
Peter Scharmach bot den zahlreichen Fans eine spektakuläre Show
Der vierte Lauf zur BFGoodrich-Langstreckenmeisterschaft bot einmal mehr abwechslungsreichen und hochkarätigen Motorsport. Das in wenigen Wochen stattfindende 24 Stunden-Rennen sorgte dafür, dass zahlreiche (nicht VLN-Stamm-) Teams dieses Rennen als Test nutzen, andere blieben aber der Eifel fern, um mögliche Beulen oder Defekte zu vermeiden. 181 Teams nahmen das 3,5 Stunden-Rennen bei zunächst nasser Strecke in Angriff.

Überhaupt war es Petrus, der für reichlich Spannung und ein leider abruptes Ende sorgte. Ein Gewitterschauer kurz vor dem Start sorgte für zufriedene Mienen im Lager der Regenspezialisten, geschätzt fünf Prozent des Starterfeldes. Hier zeigte sich einmal mehr, wer im nassen Element schnell ist und wer nicht. Eine weitere heftige Schauer mit Hagel sorgte für einen vorzeitigen Abbruch nach zweieinhalb Stunden, da im Bereich Quiddelbacher Höhe mehrere Fahrzeuge von der Strecke abgekommen waren und teilweise mitten auf der Fahrbahn stehen bzw. liegen blieben. Außer ein paar Blechschäden ist Gottlob nichts passiert.

In prächtiger Fahrlaune präsentierte sich einmal mehr Peter Scharmach. Dieser bekennende Nordschleifen-Fan, der zur Freude seiner Fans immer „richtig reinhält“, brillierte am Steuer des Honda Accord Type-R aus dem Hause Schirra. Mit diesem doch seriennahen, schweren Fronttriebler fuhr er in der zweiten Startgruppe während der ersten drei Runden (fast) alles in Grund und Boden. Jürgen Hohenester im allradgetriebenen Audi TT Turbo setzte sich leicht ab, aber Teamkollege Stefan Sengl im Audi A4 (Rest der Technik identisch zum TT) musste Kampflinie fahren, um Scharmach abzublocken. In der Beschleunigung half natürlich der Allradantrieb und die gut 300 Kilo weniger, aber Peter Scharmach „klopfte“ immer wieder am Heck des Audi A4 mit STW-Karrosse an. Auf der abtrocknenden Piste konnten beide Audis in der Folgezeit ihren Leistungsgewichtsvorteil nutzen und zogen Scharmach davon. Ein ziemlich missratener Wechsel von Regen- auf Trockenpneus sorgte zudem dafür, dass kurzfristig Peter Kreuer/Karl-Heinz Teichmann in der Honda-Challenge die Nase vorn hatten. Doch der Deutsch-Neuseeländer Scharmach war auch im Trockenen das Maß der Dinge und übernahm wieder die Führung. Durch den Abbruch bedingt ging der Klassensieg schließlich aber an Kreuer/Teichmann, denn diese hatten zum Zeitpunkt der Rennbeendigung ihren zweiten Stopp noch vor sich, während Scharmach bereits an Jürgen Delkus übergeben hatte. Dennoch bleibt festzuhalten: Im Meer der Nordschleifen-Regenexperten war Scharmach an diesem Samstag der „primus inter pares“.

Gesamtsieger wurden übrigens in einem auch an der Gesamtspitze sehr spannenden Rennen Dr. Edgar Althoff/Paul Hulverscheid/Wolfgang Destree im Jodexnis-Porsche 996 GT3, die von Beginn an das Tempo bestimmt hatten. Hulverscheid: „Ein Lob an die Rennleitung, der Abbruch war vollkommen richtig. Sonst hätte es noch mehr Schrott gegeben.“ Einzig Armin Hahne im Honda NSX konnte das Tempo von „Eddy“ Althoff zunächst mitgehen, blieb dann aber viel zu lange auf Regenreifen und verlor schließlich sieben Minuten wegen einer defekten Radaufhängung hinten links. Nach einem Dreher in der Startrunde verlor Georg Berlandy etwas an Boden, machte diesen aber bei seinem Porsche-Debüt wieder wett. Berlandy, der in der Vergangenheit mit diversen Opel Ascona, Opel Kadett C oder Golf Diesel bewiesen hat, welchen Speed er fahren kann, kam auf Anhieb bestens mit dem Kern-Porsche zurecht und wurde im Ziel als Gesamtdritter mit nur 34 Sekunden Rückstand auf Artur Deutgen im BMW M3 abgewunken. Vater und Sohn Schall mussten nach drei Gruppensiegen in Folge dieses Mal nach einem Unfall im Bereich Hohe Acht in der Startrunde aufgeben. Michael Bäder/Tobias Hagenmeyer wurden im Getrag-BMW M3 vierte, ohne große Risiken einzugehen. „Dafür ist uns das 24 Stunden-Rennen in drei Wochen viel zu wichtig“, merkte „Tobi“ an.

Bei den VLN-Serienwagen bleiben Harald Jacksties und Frank Lorenzo im Yokoham BMW M3 E36 eine Klasse für sich. Vier Starts – vier Siege und Gesamtrang 20 sprechen eine deutliche Sprache. In der Gruppe N feierten Marcel Hoppe und Peter Venn mit ihrem Honda Civic Type-R des Fleper-Teams ihren zweiten Gruppensieg. An der Tabellenspitze bleibt der Nürburger Mario Merten, zusammen mit Michael Kok am Steuer des Bonk-BMW 318iS zum vierten Mal Sieger bei den Serienwagen bis 1850 ccm. Ihnen hart auf den Fersen bleiben Rainer Brückner/Peter Brings, die mit einem Mercedes-Benz 190E Evo 1 bei den Serienwagen bis 2600 ccm ungeschlagen bleiben. Der Brückner-Brings-Benz profitierte jedoch von einem zeitintensiven Räderwechsel bei Doc Tom Stolz/Andreas Motte, die im BMW M3 auf nasser Piste das Geschehen dominierten.


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