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2002-05-10 08:31:45 - ks
F1: "Der Umstieg auf Michelin hat den McLaren aus der Balance geworfen!"

McLaren wechselte zu Beginn der Saison den Reifenhersteller
Die bislang ernüchternde Saison-Bilanz von McLaren-Mercedes hat nach Meinung des Ex-Formel 1-Piloten Marc Surer einen entscheidenden Grund: den Wechsel des Reifenpartners. Vor dem Großen Preis von Österreich auf dem A1-Ring in Spielberg sagte der 51-jährige Schweizer in einem Premiere-Interview: "Der Umstieg auf die Michelin-Reifen ist wohl der Hauptgrund für die derzeitigen Probleme beim Team!"

Surer, der zwischen 1979 und 1986 insgesamt 82 Grand Prix-Rennen bestritt, weiter: "Bei McLaren-Mercedes hapert es überall ein bisschen. Aber durch den Wechsel des Reifenpartners wurde das Auto aus der Balance geworfen. Für die Fahrer ist es derzeit nicht leicht, die richtige Abstimmung zu finden. Wenn das Auto nicht zu den Reifen passt oder die Reifen nicht zum Auto passen, ist es eben sehr schwer, die ideale Abstimmung zu finden." Ebenfalls in die Schusslinie geriet der Stuttgarter Motorenlieferant von McLaren: "Auch der Motor hat momentan nicht die Leistung, die er haben sollte, um mit Ferrari und BMW mitzuhalten!"

Chancenlos sei das Team von Ron Dennis bei den nächsten Rennen aber keineswegs: "Man darf und soll McLaren-Mercedes nicht abschreiben", schildert der Schweizer die Situation bei McLaren, gibt aber zu bedenken: "Grundsätzlich ist es jedoch lediglich BMW-Williams, die über die komplette Saison hinweg betrachtet noch eine realistische Chance haben, Ferrari unter Druck setzen zu können."

Nur die richtige Mischung der Pneus kann nach Meinung des Premiere-Experten die Formel 1-Weltmeisterschaft noch einmal richtig spannend machen: "Die Reifen entscheiden darüber, ob BMW und Mercedes noch einmal entscheidend an Ferrari herankommen. Ich denke, nur die Reifen können eine durchschlagende Wende bringen. Denn der technische Rückstand der Teams gegenüber Ferrari lässt sich nicht so schnell aufholen!"

Surer äußerte sich in dem Interview mit Premiere auch zu der immer größer werdenden finanziellen Kluft zwischen den sogenannten kleinen und großen Teams in der Formel 1. "Die Top-Teams im Renn-Zirkus haben zu viel Geld. Durch die Hersteller im Rücken können sich diese Teams finanziell eigentlich fast alles erlauben. Der Abstand zu den übrigen wird immer größer. Eine Zwei- oder Dreiklassengesellschaft gab es aber schon immer", erläutert der Schweizer die Lage.

Diese Kluft könnte seiner Meinung nach aber auch zu Problemen bei den großen Teams führen: "Man muss ganz klar sehen, dass die großen Hersteller Statisten brauchen", führt Surer aus. "Und sie müssen sich jetzt überlegen, wie man diese Statisten am Leben erhalten kann. Denn es kann aus Sicht der Hersteller nicht sein, dass in der letzten Startreihe auch ein Fahrer mit Werksmotor steht. Man benötigt, auch gegenüber den Vorständen, eine Pufferzone. Dass Jaguar aus der letzten Startreihe ins Rennen geht, ist natürlich schlimm für diese Marke. Wären noch mehrere Teams wie etwa Minardi mit von der Partie, würde so etwas natürlich nicht so sehr auffallen!"


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