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F3: Formel-3-Rennen 2003 im Oval

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Diefenbacher nach Testfahrten im Oval: "Es ist halt eine irre, neue Erfahrung" |
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| Auch der zweite Testtag auf dem 3,2 Kilometer langen Trioval des EuroSpeedway Lausitz begann für die vier Formel-3-Monoposti mit Verspätung. „Verrückt, obwohl es lediglich in der Nacht geregnet hat und jetzt nur Nebel herrscht, ist das Wasser kaum von der Strecke zu bekommen. Die Straßen rings um die Rennstrecke sind trocken, doch das Oval bleibt nass“, wunderte sich Teamchef Bertram Schäfer. Wie sehr sich die CART-Delegation, allen voran Lee Dykstra als Technology- und Competition-Direktor, bei der Formel-3-Premiere auf einem Ovalkurs ins Zeug legte, verdeutlichte auch der erneut unermüdliche Einsatz der Jet-Dryer. Jeder einzelne dieser Pick-Ups mit seiner Flugzeugturbine auf der Ladefläche verbraucht pro Stunde Kerosin im Wert von 2.500 Euro. Nach einer Pressekonferenz, an der auch mehrere Fernsehstationen teilnahmen, konnten Norbert Siedler/A, Gilles, Tinguely/CH, Marc Benz/CH (Swiss Racing Team) und der Pforzheimer Frank Diefenbacher (Opel Team BSR) um 12.30 Uhr auf die High-Speed-Piste. Erstmals ging es nun darum, sich mit den Formel-3-Monoposti langsam dem Limit zu nähern.
Vier Sekunden schneller
Jedem der vier Piloten hallten noch die Worte des ChampCar-Profis Roberto Moreno in den Ohren: „Macht keine großen Schritte, wagt euch nur step by step ans Limit, geht kein Risiko ein. Wenn ihr in den ersten zwei Runden das Auto nicht ganz easy bewegen könnt, kommt in die Box und lasst die Flügel ändern.“ Die guten Ratschläge des Profis wurden prompt befolgt. Kein einziger Zwischenfall trübte auch den zweiten Testtag. Mit einer Rundenzeit von 46,81 Sekunden fuhr Frank Diefenbacher einen Schnitt von 246 km/h und damit nur rund zehn Sekunden langsamer als die ChampCars im Vorjahr. Jeder der vier Formel-3-Fahrer erreichte vom ersten zum zweiten Testtag eine Steigerung von rund vier Sekunden. „Und dies, obwohl wir noch gar nicht richtig mit der Feinabstimmung der Aerodynamik und des Fahrwerks begonnen hatten“, erklärte Othmar Welti (Swiss Racing Team).
Dass man sich tatsächlich so langsam den Grenzen näherte, erfuhr Frank Diefenbacher in seiner letzten Runde: „Plötzlich stand mein Auto quer, was mich jedoch nicht so sehr erschreckt hat, schließlich sind wir ja mit einem Set-up für die Rundstrecke gefahren. Es ist noch eine Menge Potenzial für Einstellungen da. Wir haben beispielsweise das Heck mal zur Probe um nur einen Millimeter abgesenkt und schon konnte ich alle Kurven voll nehmen, war aber in der Gesamtheit langsamer, da mein Auto hier und da leicht aufgesetzt hat.“ Auch die bis zu 2g starke Belastung in den Kurven mache dem Fahrer wenig aus, schilderte Diefenbacher, „es ist halt eine irre, neue Erfahrung, schon am Kurveneingang diese Belastung zu spüren und am Kurvenausgang noch immer.“
Obwohl die Belastung für die Formel-3-Monoposti im Oval extrem hoch ist und die Autos in den Kurven durch Abtrieb und Tempo mit 1.100 Kilogramm ungefähr doppelt so viel wiegen wie im Normalfall, eignen sich die Formel-3-Renner sehr gut für das Trioval. Bertram Schäfer (Opel Team BSR) sah jedenfalls im Bereich der Technik kein gesteigertes Risiko im Vergleich zu üblichen Rundkursen. Auch der Bitburger Teamchef war von der Veranstaltung in der Niederlausitz sehr angetan: „Wenn man bedenkt, dass eine 5-köpfige Delegation extra aus den Vereinigten Staaten anreist, um hier mit Jungs aus der Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft erste Tests im Oval durchzuführen, kann man ermessen, wie bedeutend unsere Rolle bei den Verantwortlichen der CART-Serie ist.
Sicherheit geht immer vor
Die exzellente Zusammenarbeit mit den Vertretern aus Amerika begeistert alle Beteiligten aus der Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft. „Es war sehr produktiv, kollegial und viel versprechend. Jetzt könnte sich ein neues Ziel ergeben: der gemeinsame Auftritt der ChampCars und der Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft auf dem Trioval EuroSpeedway im kommenden Jahr. Auf jeden Fall würden wir jedoch mit dem vorhandenen Material ins Trioval gehen. Aufwändige und teure Änderungen an den Fahrzeugen würden nicht vorgenommen“, blickt Manfred Hahn, Geschäftsführer der Formel-3-Vereinigung (F3V), in die Zukunft.
Bevor jedoch 2003 eventuelle Formel-3-Rennen im Oval stattfinden, sind umfangreiche Tests, Schulungen und Regelungen nötig. So könnten beispielsweise lediglich Monoposti des dann aktuellen Jahrgangs zugelassen werden. Ein weiterer wichtiger Punkt wäre das disziplinierte Verhalten der Piloten. CART-Routinier Roberto Moreno: „Beim Fahren im Oval ist der gegenseitige Respekt mehr als wichtig. Wer seinen Gegner unnötig in Turbulenzen bringt und keine Rücksicht nimmt, hat auf dieser höllisch schnellen Streckenvariante nichts verloren. Wer bei den Tests den nötigen Respekt vermissen lässt, wird für das Rennen nicht zugelassen.“ Auch die Formel-3-Vereinigung (F3V) geht das durchaus reizvolle Thema sehr vorsichtig an. „Es gilt in erster Linie, das Risiko zu minimieren. Zudem müssen zahlreiche Dinge berücksichtigt werden, zu denen bestimmt auch gravierende Reglementänderungen zählen werden“, so Manfred Hahn.
2002 auf dem Grand Prix Kurs
Für die Saisonrennen 17 und 18 der Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft, die am 20. und 21. September 2002 auf dem EuroSpeedway Lausitz ausgetragen werden, ändert sich jedoch nichts. Im Rahmen der ‚German 500’ fährt die Formel 3 auf dem 4,5 Kilometer langen Grand Prix Kurs, während die ChampCars das Trioval nutzen. Die Formel-3-Rennen werden auch bei Regen auf jeden Fall am Freitag beziehungsweise Samstag ausgetragen, selbst wenn die ChampCars ihr Rennen auf den Sonntag verschieben sollten.
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