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2002-05-06 22:28:06 - ju
Rallye nat.: Lembke und Schultz begeistern die Fans

(c) Jörg Ufer
Hans-Uwe Lembke kämpfte um den Sieg der Gruppe F bis 1300 ccm
Einmal mehr hatte der AMC Birkenfeld im ADAC seine Löwenrallye bestens vorbereitet. Doch pünktlich zum Start der 151,00 Kilometer-Distanz öffnete Petrus seine Schleusen. Und diese sollten bis zum Ende der Siegerehrung ca. 12 Stunden später nicht mehr geschlossen werden. Frank Färber und Beifahrerin Carmen Freiberger ließen sich auch von diesen Bedingungen nicht aus der Ruhe bringen und feierten mit ihrem Gruppe N-Mitsubishi Carisma den vierten Gesamtsieg der laufenden Saison. Das Duo aus Neuwied am Rhein legte den Grundstein zum Erfolg mit Bestzeiten in den ersten drei Wertungsprüfungen. Doch mit zunehmender Wasserhöhe schwammen die Erfolgsaussichten davon, hatte man doch für „Hochwasser“ die falschen Reifen montiert. Somit konnten die beiden Ford Escort-Duos Jochen Hirsch/Ulrich Weiper und Wilfried Brunken/Edwin Braun in der Schlussphase den Rückstand erheblich verringern.

Frank Färbers Bruder Marc siegte ausnahmsweise nicht in der Gruppe G, versenkte er doch seinen Mazda GTR in WP 5 in einem Graben. Rund drei Minuten gingen verloren, ehe Beifahrerin Alex Färber und einige Helfer das Fahrzeug auf die Strecke zurückschieben konnten. Somit ging nach großartiger Leistung der Gruppensieg an den G3-Mazda von Werner Mangold. Der Ellwanger landete zudem auf dem hervorragenden 14. Gesamtrang. Dauerrivale Gernot Gräf hatte seinen Audi A3 Turbo dieses Mal in der Garage gelassen, da er im Birkenfelder Regen und Schotter kaum Chancen gegen den Allrad-Mazda sah, und brachte seinen alten VW Golf II in der G4 an den Start. Der Schachzug ging auf, konnte Gräf doch mit 1.14 Minuten vor Thomas Seiler im Hyundai Accent gewinnen. Seiler verlor jedoch gut 50 Sekunden in WP2, als er in einer Spitzkehre den Bremspunkt verpasste und in einer nassen Wiese landete.

Die gleiche Kurve mit gleichem Ergebnis wurde auch Alexander Gräff im Opel Kadett C zum Verhängnis. Eigentlich mit dem Ziel angetreten, den Klassenprimus Joachim Hohloch den Platz an der Sonne streitig zu machen, ging Gräff in WP2 baden. 30 Sekunden länger als bei Seiler benötigten Streckenposten und Fans, um den Kadett auf den Asphalt zurückzuschieben. Statt einem möglichen Sieg in der Gruppe F bis 2000 ccm nur Platz zehn. Joachim Hohloch siegte mit knappen 3,6 Sekunden vor Andreas Schüttler im Opel Kadett E und Paul Jerlitschka in einem weiteren Ford Escort RS 2000. In der Gruppe F bis 1600 ccm siegte einmal mehr der amtierende Saarlandmeister Jens Vogt im Toyota Corolla AE86. Zur Freude der völlig durchnässten zahlreichen Fans schenkten sich Thomas Schultz im Opel Kadett D und Hans-Uwe Lembke im VW Polo einen packenden Kampf um den Sieg in der Gruppe F bis 1300 ccm. Bis WP fünf hatte Schultz alles im Griff, markierte fünf Klassenbestzeiten und knöpfte seinem Konkurrenten acht Sekunden ab. Doch ein Dreher im Steinbruch (WP 6) kostete 13 Sekunden und plötzlich war Lembke vorn. Auf der letzten WP versuchte Schultz zwar alles, um den Rückstand zu reduzieren, doch Lembke war sogar 0,6 Sekunden schneller und verdienter Klassensieger!

Der ursprünglich als Gesamt-Vierter gewertete Mitsubishi Lancer von Axel Friedhoff, Dauerrivale von Frank Färber, wurde nach einem Protest von Fritz Köhler nachträglich aus der Wertung genommen. Turbogetriebene Allradfahrzeuge mit Mehrventiltechnik sind ab einem bestimmten Baujahr in der Gruppe F nicht startberechtigt. Und Friedhoffs Mitsubishi ist zu neu.

Endergebnis Birkenfelder Löwenrallye (79 Starter/54 in Wertung):
1. F.Färber/Freiberger (Mitsubishi Lancer) 19.04,3 Minuten (1. Gruppe N über 2000 ccm)
2. Hirsch/Weiper (Ford Escort Cosworth) + 10,5 Sek. (1. Gruppe F über 2000 ccm)
3. W.Brunken/Braun (Ford Sierra Cosworth) + 12,8 Sek.
4. Köhler/Hägele (Mercedes 190E Evo) + 40,1 Sek.
5. Hohloch/Behet (Ford Escort RS 2000) + 50,3 Sek. (1. Gruppe F bis 2000 ccm)
6. Ballauf/Wensch (Ford Escort Cosworth) + 53,4 Sek.
7. Schüttler/Juchmes (Opel Kadett GSi) + 53,9 Sek.
8. Jerlitschka/Moch (Ford Escort RS 2000) + 1.04,2 Min.
11. Vogt/Becker (Toyota Corolla AE 86) + 1.25,5 Min. (1. Gruppe F bis 1600 ccm)
12. H.-U. Lembke/J.Lembke (VW Polo) + 1.26,9 Min. (1. Gruppe F bis 1300 ccm)
14. Mangold/Dunkel (Mazda 323) + 1.36,2 Min. (1. Gruppe G3)
30. Gräf/Zimmermann (VW Golf) + 2.47,4 Min. (1. Gruppe G4)
40. M.Färber/A.Färber (Mazda GT-R) + 3.51,0 Min. (1. Gruppe G1)

Wertungsausschluß:
Friedhoff/Stein (Mitsubishi Lancer)
Wolf/May (Opel Vectra)

WP-Bestzeiten:
Frank Färber 3, Hirsch und Brunken je 2


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