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Berg-Cup: Stolz, die Zweite

War es im letzten Jahr die Maul und Klauenseuche, die dem Eschdorfer Veranstalter Union des Pilotes das Leben schwer machte, war es in diesmal die Schweinepest, die das Rennen in Luxemburg bedrohte. Nach dem das traditionsreiche Bergrennen zu Lorentzweiler am Ostermontag und die Rallye "Tour de Luxembourg" abgesagt bzw. verlegt werden musste, drohte dies auch dem Eschdorfer Hill Race. Nach langen Verhandlungen mit den Behörden und den betroffenen Landwirten, kam das o.k. und das befürchtete finanzielle Aus für Luxemburgs Top-Motorsportveranstaltung konnte abgewendet werden.
Trotz des wechselhaften und kühlen Schauerwetters am Maifeiertag, ließen sich die Zuschauer nicht lumpen und strömten zahlreich an die 1,8 Kilometer lange Powerpiste in den Luxemburger Ardennen. Wie im Vorjahr wurden erneut zwei separate Rennen, zur Deutschen und Luxemburger Bergmeisterschaft gewertet.
Besagtes Schauerwetter übernahm ab dem zweiten Rennlauf die Regie und würfelte das Klassement, vor allem im Deutschen Rennen kräftig durcheinander. Herbert Stenger (Stenger BMW CN) vom Team Bayern-Blitz marschierte wie gewohnt erst mal vorne weg, gefolgt von Uwe Lang (Osella BMW CN) und dem jungen Thomas Rössler (Faust BMW C3).
Im zweiten Run streifte Georg Olbrich mit seinem Osella BMW C3 die Streckenbegrenzung und verunreinigte die Strecke, worauf die Marschals den Lauf unterbrechen mussten. Der Rheinbacher konnte seine Fahrt fortsetzten und erreichte grade noch trockenen Fußes die Ziellinie. Dem Führungstrio blieb nur eine nasse Piste und die Rolle des "begossenen Pudels". Gleiches Spiel im dritten Lauf. Stengers Schweizer Teamkollege Pierre André Meroz drehte sich mit dem Stenger BMW C3 in der Zielkurve, erneut ging die rote Flagge hoch - Rennabbruch. Doppeltes Pech für Stenger, denn der nächste Wolkenbruch entleerte sich Sekunden später über der Rennstrecke. Stenger, Lang und Rössler standen erneut mit Sliks da und waren somit Chancenlos. Da Georg Olbrich zuvor erneut trocken Eschdorf erreichte, war die Überraschung perfekt. Der Sieger der Division II hieß Georg Olbrich. Der Gesamtsieger des Deutschen Rennens war jedoch ein Österreicher. Herbert Stolz im dp Porsche 935 II hatte wie Olbrich einen guten Draht zu Petrus und belegte mit über 5 Sekunden Vorsprung den "Platz an der Sonne". "Beide Läufe hätten laut Reglement anuliert werden müssen, um allen die Möglichkeit zu gegen auf Regenreifen zu wechseln und gleiche Bedingungen vorzufinden" beklagte sich Stenger bei den Sportkommissaren. Im erstmals ausgefahrenen "Top 20 Finale", der jeweils 10 schnellsten Tourenwagen (Division I) und Rennsportfahrzeuge (Division II), holten sich Stolz und Stenger je 10 zusätzliche DM-Punkte ab. So konnte Herbert Stenger den Schaden beim Unternehmen Titelverteidigung 2002, in Grenzen halten.
Das Luxemburger Rennen, wo ebenfalls zwei von drei Läufen gewertet wurden dominierte der einheimische Christian Hauser im Reynard Cosworth F3000. Der Maiausflug, des amtierende Division II Meister der Intersérie, zurück an den Berg, endete nach drei Auffahren mit einem komforthabelen Vorsprung auf die Belgier Jean Schmits (Ralt Cosworth F3000) und Jacques Marchal im Norma BMW CN.
Frankreichs Vize-Champion Lionel Regal, der drei Tage zuvor noch das Coupe de France Bergrennen im Lothringischen Abreschviller gewinnen konnte, quälten Elektirk-Probleme am brandneuen, aus der Formula Nipon importierten Reynard 96D Mugen F3000. Regal schaffte so nur Rang fünf. Schnellster Tourenwagen der Luxemburger Wertung war ein Porsche 996 Super Cup mit Charles Kaufmann am Lenkrad, überraschend deutlich vor Christian Debias aus Frankreich, der nach seinem Horror-Crash 2001 beim Berg-EM Rennen von St.Ursanne-Les Rangiers, vom Formel 2 Rennwagen auf einen Porsche 996 GT 3 umgestiegen ist. Luxemburgs aktueller Meister Guy Stephany (BMW M3) folgte Debias als Leader der Gruppe A.
Es lag wohl am ungünstigen Termin, in der Wochenmitte, inklusive Training an einem Werktag, dass der KW Berg-Cup der Gruppe H, nur mit einer bescheidenen Streitmacht von knapp über 30 Fahrzeugen ausrückte.
In Abwesenheit von Georg Plasa und Norbert Brenner hatte der bereits angesprochene Herbert Stolz ein relativ leichtes Spiel, vor Norbert Handa im Lancia Delta HF Integrale in der Klasse über 2 Liter. Dieter Knüttel (Ford RS 200) war wie in Schleiz erneut nicht am Ablauf. Da das DMSB-Reglement für 2003 bei Turbo-Fahrzeugen der Gruppe H eine Reduzierung des Air Restrictors bei gleichzeitiger Erhöhung des Gewichts vorsieht, sehen Knüttel und einige weiter Piloten, darunter Bruno Ianniello und Peter Hoßfeld, ihre Chancen schwinden und haben beim DMSB einen Gegenantrag eingereicht. Bis eine entgültige Klärung erfolgt, bleibt wohl die einstige Königsklasse, eine Schatten seiner selbst.
Eine Etage tiefer in der Klasse bis 2000 ccm war Uli Thomas (Opel Ascona 16V) nicht zu halten. Nordlicht Timm Stahmer (Opel Kadett C 16V) kassierte dennoch volle KW Berg-Cup Zähler, da sich Thomas nicht in den Cup eingeschrieben hatte. Siegfried Rost (VW Golf 16V) verfehlte nur um 15/100 Sekunden Sthamers Gesamtzeit. Mit hervorragenden Zeiten für einen VW Golf 1,6 Liter, ließ Ralf Kroll aufhorchen, eine Sekunde von Egidio Pisano (VW Spiess Golf) und vier Sekunden von Rainer Koresch (Ford Escort). Franz Weissdorn (Aufhausen)und Klaus Bernert, dessen kurioser Zusammenstoß in Schleiz für Aufregung sorgte, hatten ihre VW Polo 16V wieder in der Reihe und belegten Rang eins und drei, Achim Fischer konnte sich im Suzuki Swift 16V dazwischenschieben. Die unterbesetzte Klasse bis 1150 ccm Hubraum sicherte sich wie in Schleiz Hans-Jürgen Glaser im VW Polo 8V. |  |