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Gametest: Colin McRae Rallye 2.0

"Freunde des gepflegten Drifts" - seit Dezember 2000 ist der Nachfolger des Rallye Kults auf dem PC erhältlich: Colin McRae Rallye 2.0. Nach dem überwältigenden Erfolg der ersten Version 1998 lag die Messlatte für die neue Version sehr hoch. Colin McRae Rallye 2.0 übertrifft fast alle Erwartungen. Trotz der nach wie vor fehlenden FIA Lizenz, kann man das neue Game aus dem Hause Codemasters als Rallye Spiel des Jahres bezeichnen.
Schon das actiongeladene Intro mit dröhnendem Dancefloor Sound verrät, worum es hier geht: wilde Drifts, imposante Sprünge und wilden Rallye Spaß. Der Spieler hat die Wahl zwischen den Rallye Modi und einem Arcade Modus. Letzterer erinnert an Rallye Sprints oder Rallye Cross Events. Bei CMR2 kämpft man mit bis zu fünf Computergegnern auf kurzen Rundkursen um Ruhm und Ehre. Im Rallye Modus hat man die Wahl zwischen Meisterschaft, Einzelrallye, Einzeletappe, Zeitrennen und einen Wettkampfmodus ähnlich wie beim alljährlichen "Race of Champions".
Der für Rallye Fans wohl interessanteste Modus, ist die Meisterschaft. Die insgesamt acht Rallyes in Großbritannien, Schweden, Finnland, Australien, Griechenland, Frankreich, Italien und Kenia bieten dem Spieler abwechslungsreiche Wertungsprüfungen auf charakteristischen Strecken. Interessant ist die akribische Umsetzung des Fahrverhaltens der Fahrzeuge auf die verschiedenen Bodenbeläge. Egal, ob auf Asphalt, Schotter, Matsch oder Schnee und Eis, man kann den Untergrund nahezu fühlen. Die Steuerung arbeitet weitestgehend präzise, bei hohen Geschwindigkeiten wirken sich jedoch schon die kleinsten Lenkbewegungen Computer-untypisch extrem aus, dass man als Tastaturspieler beispielsweise mit wildem Übersteuern und ohne Chance, das Fahrzeug noch einzufangen, neben der Piste landet. Benutzer eines Lenkrades sollten gerade die Befestigung noch einmal überdenken, denn bei hektischen Lenkbewegungen reißt man förmlich den Schreibtisch ab.
Hat man sich einmal an die sensible Steuerung gewöhnt, steht der Jagd nach Bestzeiten nichts mehr im Wege. Drei Schwierigkeitsstufen erlauben die individuelle Anpassung der Computergegner an das eigene Können, Technikfreaks werden sich über ein durchschnittliches Fahrzeugsetup freuen. Gerade beim Setup helfen die Spielmodi Einzelrallye oder sogar Einzeletappe. Mit einer guten Einstellung, die sich merklich auf das Fahrverhalten auswirkt, sind schnelle Zeiten garantiert. Doch Vorsicht ist geboten - wer es allzu arg übertreibt, kommt spätestens beim Service zwischen den einzelnen Etappen ins Schleudern. Hier zeigen sich Defekte und Beschädigungen der vorangegangenen Prüfungen. Jede Reparatur kostet Zeit, und man hat nur jeweils 60 Minuten, um Getriebe, Fahrwerk, Karosserie und andere Elemente wieder in Ordnung zu bringen.
Als zusätzlichen Anreiz, winken verschiedene Bonusfahrzeuge für gewonnene Meisterschaften. Neben den Standard WRC-Autos Ford Focus, Toyota Corolla, Mitsubishi Lancer, Peugeot 206, Subaru Impreza und Seat Cordoba stehen dann wilde Klassiker zum Austoben bereit. Unter anderem darf man sich auf einen Ford Sierra Cosworth, einen Lancia Stratos oder einen Mini Cooper S freuen. Zu bemängeln ist hierbei nur der Sound einiger Wagen, der unweigerlich an eine "Zwiebackfräse" erinnert.
Neben dem einsamen Kampf gegen sich selbst und die Zeit, bietet CMR2 verschiedene Mehrspieler Optionen. Per Netzwerk oder Modem kann man so auch im Rudel fahren. Die interessanteste Variante ist hierbei der Arcade Modus, wo man seine Gegner schon mal neben die Piste befördern kann und im harten Fight die Rundstreckenrennen entscheidet.
Alles in allem ist CMR2 ein Muss für jeden Rallye- oder Racefan. Selbst bei verhältnismäßig bescheidenen Hardwareausstattungen im Bereich eines 400er Pentium II mit 3d-Karte macht die Rennerei auf dem Bildschirm Laune und bei einem empfohlenen Verkaufspreis von rund DM 100,00 darf man sich auf wochenlange Rallye Action freuen.
Colin McRae Rallye 2.0 (PC / PSX) - http://www.codemasters.com
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