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Gametest: WRC - Rallye-Action für die Playstation 2

Entwickler von Konsolenspielen haben ein Ziel vor Augen - die Realität einzufangen und möglichst originalgetreu dem Spieler zu vermitteln. Diesen Grundsatz haben sich die Macher des ersten komplett FIA-lizenzierten Rallye-Spiels mit dem einfachen Namen "WRC" für die Playstation 2 vor Augen gehalten. Herausgekommen, soviel sei vorweg genommen, ist die beste Rallye-Simulation aller Zeiten.
Den Anfang macht ein mehr als dreiminütiges Intro mit Videoclipcharakter. Die Realszenen aus der abgelaufenen Saison der Rallye Weltmeisterschaft sind eine Augenweide. Man könnte fast meinen, man hätte soeben ein "Best of 2001" Video erstanden. Diese Begeisterung setzt sich im Spiel weiter durch. Startet man die WM erscheint ein weiterer Videoclip, der Informationen zur Weltmeisterschaft allgemein darstellt. Hinzu kommt ein Infoclip zu jeder der 14 WM-Stationen.
Man ist von der Präsentation derart geblendet, dass man an das eigentliche Spiel die Erwartungen gleich etwas höher schraubt. Man wird nicht enttäuscht, denn schon bei der Auswahl der Fahrzeuge sticht direkt ins Auge, dass die Rallye-Bolliden mit einer bis dato nicht gesehenen Detailtreue umgesetzt sind. Diese Liebe zum Detail spiegelt sich ebenfalls in den Inboardaufnahmen, wo die Originalfahrer mit lebensechten Texturen aufwarten, und den Landschaften wieder. Die Eigenschaften der einzelnen Rallyes sind perfekt umgesetzt, was sich auch im Fahrverhalten bemerkbar macht. Egal ob Eis und Schnee in Monaco oder Schotter in Portugal - keine Rallye gleicht der anderen.
Die Steuerung ist oftmals der Punkt, der darüber entscheidet, ob ein Spiel etwas taugt oder nicht. Hier ist "WRC" zu Beginn durchaus gewöhnungsbedürftig. Die Steuerung erweist sich jedoch nach kurzer Spieldauer als sehr präzise und direkt, fast schon etwas zu direkt für den relativ kleinen Spielraum des Analogsticks auf der Spielsteuerung. Im Zusammenhang mit der Lenkung sei auch das Driftverhalten der Fahrzeuge angesprochen. "WRC" setzt hier auf die etwas realitätsfremde Variante, die das Auto um die senkrechte Mittelachse dreht. Ein wirkliches Übersteuern ist nicht möglich; dies verwirrt bei engen Kurven, ist aber mit etwas Übung zu bewältigen.
Der Schwierigkeitsgrad läßt sich bei "WRC" in drei Stufen einstellen. Der Anfänger-Modus verzeiht selbst mehrere Fehler in einem Run. Erfahrene Fingerakrobaten sollten keine Probleme haben, als Sieger die einzelnen Rallyes der leichtesten Spielstufe zu beenden. Im Gegensatz zu anderen Spielen dieses Genres haben so auch Freizeitzocker die Möglichkeit, Siege zu erringen. Das bringt gerade am Anfang einen gehörigen Motivationsschub. Steigert man die Schwierigkeit, ist wirklich Konzentration von Nöten.
Es kommt selten vor, dass man vergebens nach Macken in einem Spiel sucht. Bei "WRC" muss man schon kleinlich sein, um eben diese zu finden: die Ladezeiten sind etwas zu lang geraten. Alle anderen Bereiche sind ohne Übertreibung vorbildlich umgesetzt. Die Präsentation hat TV Qualität, das Spiel selbst setzt neue Maßstäbe und der Spielspaß scheint nie enden zu wollen. "WRC" für die PS2 ist das Pflichtspiel für alle Rallye-Fans und der Zeitpunkt kurz vor Weihnachten hätte nicht besser sein können. Von wegen besinnliche Feiertage - Rallye-Action ist angesagt...
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