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Gametest: Historisch - "Rally Trophy"

Die Youngtimer Rallye Köln Ahrweiler zieht jedes Jahr tausende von Fans in die Eifel und auch andere historische Veranstaltungen begeistern die Massen. Retro ist in - diesen Trend hat sich die österreichische Softwareschmiede JoWooD zu Nutzen gemacht und das erste historische Rallye Computerspiel auf den Markt gebracht. Kamen bei anderen Spielen dieses Generes die Klassiker nur als Bonusfahrzeuge zum Einsatz liegt in diesem Spiel der Schwerpunkt auf den bekannten Fahrzeugen der 60-er und 70-er Jahre.
Als Spieler kann man anfangs zwischen Mini Cooper S, Ford Lotus Cortina Mk I, Saab 96 V4 und Volvo 122 Amazon wählen. Weitere Modelle können freigespielt werden. Der Fuhrpark umfasst dann zusätzlich Opel Kadett Rallye, Alfa Romeo Giulia GTA, Lancia Fulvia 1.6 Coupé HF, Fiat 600 Abarth, Ford Escort RS2000 Mk 1, Renault Alpine A110 1600 sowie Lancia Stratos.
Mit Russland, Kenia, Finnland, Schweden und der Schweiz stehen fünf Austragungsländer zur Verfügung, insgesamt können 42 Wertungsprüfungen gefahren werden. Die grafische Umsetzung ist dabei eine wahre Augenweide. Die Landschaften sind umfassend detailliert, es gibt kaum wirklich gerade Flächen, so dass man mit dem Fahrzeug permanent in Bewegung ist. Auch in Sachen Effekte setzt "Rally Trophy" Maßstäbe. Die Blendeffekte wirken gerade in der Inboard-Perspektive äußerst realistisch. Hinzu kommen beispielsweise aufwirbelnder Staub, Bremsspuren und Regenfälle. Außergewöhnlich gut gelungen ist das Schadensmodell. Nach einem Unfall mit Überschlag kann es durchaus passieren, dass man mit beschädigter Frontscheibe und flatternder Motorhaube weiter fahren muss.
Die Steuerung wirkt zu Anfang sehr gewöhnungsbedürftig. Hält man sich jedoch vor Augen, dass es sich nicht um moderne Rallye-Fahrzeuge handelt, sondern um Youngtimer, wird Einiges klar. Der Ford Lotus Cortina Mk I beispielsweise, verlangt dem Piloten alles ab. Mit seinem Heckantrieb ist das Kurvenverhalten reine Übungssache. Ein Geheimtipp, gerade für die Ersten Erfahrungen mit "Rallye Trophy" ist der frontgetriebene Saab 96 V4. Diesen kann man problemlos "in die Kurve schmeißen", der Skandinavier übersteuert gutmütig ohne komplett außer Kontrolle zu geraten. Schwieriger wird es schon mit Abzweigungen. Hier schiebt der Saab unerträglich stark über die Vorderräder.
An diesen zwei Beispielen kann man festmachen, dass es sich durchweg um Fahrzeuge mit Charakter handelt - wie man es von Klassikern erwartet. Hat man sich mit der Steuerung vertraut gemacht, macht es riesigen Spaß die Bolliden über die Wertungsprüfungen zu feuern. Interessant ist hierbei der Aspekt, dass die Bereiche neben der Strecke nur wenig bremsen. Man kann also ohne Reue auch mal Abkürzen oder Schneiden.
Diejenigen, die über ein Lenkrad mit Force Feedback verfügen, dürfen sich auf ein besonderes Erlebnis freuen. Man spürt jeden noch so kleinen Stein und es macht anfangs richtig Mühe, gegen das aggressiv ausschlagende Steuergerät anzukämpfen. Hat man dieses im Griff steht einem Rallye-Action pur bevor.
Das Fazit fällt durchweg positiv aus. Ich habe selten eine derart realistische Umsetzung eines Rallye Spieles erlebt. Moderne Ableger können in Sachen Spielspass kaum mithalten. "Rally Trophy" ist die perfekte Unterhaltung für trübe Wintertage.
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