Tragetaschen
Tragetaschen werden meistens zum Verstauen von Einkäufen benutzt. Aber auch als Müllbehälter oder als Sammelbehälter wie beispielsweise den gelben Punkt benutzt. Sie werden aus Papier, Stoff, Jute oder Plastik hergestellt. Von der Umweltbewegung wurde die Tragetasche aus Plastik geradezu verteufelt und ihr Ersatz durch Tragetaschen aus natürlichen Materialien gefordert.
So wurde die Tragetasche ein Symbol für unsere Wegwerfmentalität. Die wenigsten Umweltaktivisten bedachten jedoch, dass solche Tragetaschen mehrmals benutzt werden. Fast alle Menschen sammeln diese Tragetaschen zu Hause und benutzen sie zu den verschiedensten Zwecken wieder. Außerdem sind die Tragetaschen absolut recyclingfähig, wenn man sie diesem zuführt.
Seit geraumer Zeit gibt es den Plastik- Tragetaschen geleichwertige Modelle aus nachwachsenden Rohstoffen. Diese Tragetaschen werden aus Mais- oder Kartoffelstärke hergestellt. Im Gebrauch verhalten sie sich genau gleich wie die herkömmlichen Tragetaschen, haben aber einen entscheidenden Vorteil: Sie können rückstandsfrei kompostiert werden. Das heißt, dass die Tasche sich auf dem Kompost in Erde verwandelt, sinnvoller für die Umwelt geht es kaum.
Aber auch der sinnvolle Umgang mit den Plastik- Tragetaschen ist ein großer Beitrag zum Umweltschutz. Wurden früher dem Kunden im Supermarkt, einfach Tragetaschen zu den Einkäufen dazugelegt ohne groß danach zu fragen, ob diese benötigt werden. So kosten heute in den meisten Supermärkten die Tragetaschen Geld. Dadurch konnte der deutsche Verbrauch an Plastik- Tragetaschen erheblich gesenkt werden. In anderen europäischen Ländern wie etwa Spanien, Frankreich, Polen und Italien ist es immer noch üblich, zu den Einkäufen kostenlose Tragetaschen zu erhalten.
Dabei ist die Tragetasche für den Einzelhandel, durchaus eine lohnende Investition. Sie hat nämlich zwei Seiten, die sehr gut als Werbeträger genutzt werden können. So sind die meisten Tragetaschen mit dem Logo der Firma versehen, bei der sie gekauft wurden. Und da die Tragetaschen, ja durchaus mehrmals benutzt werden und in ihrem Tragetaschen- Leben auch ordentlich rumkommen, ist der Effekt der Werbung durch Tragetaschen nicht von der Hand zu weisen. Die Tragetaschen bestimmter Marken sind mittlerweile sogar schon zu Trendobjekten avanciert. Dies liegt vor allem an dem höheren Markenbewusstsein der Bevölkerung, aber auch an der attraktiven Gestaltung der Tragetaschen. Auch die Designer haben die Tragetasche entdeckt, so gibt es neben speziellen Tragetaschen, auch allerlei Accessoires, die aus alten Tragetaschen hergestellt werden. Ein richtiges Problem hatten die Besitzer von West- Tragetaschen in der ehemaligen DDR. Sie waren von der Regierung nicht gerne gesehen und so wurden viele Tragetaschen Träger dazu verpflichtet, die Tragetaschen nur mit dem Symbol nach innen zu tragen. In den USA ging die Stadt San Francisco rigorose Wege, im gesamten Stadtgebiet wurden mit einem Beschluss des Stadtrates sämtliche Tragetaschen aus Plastik verboten. Grund hierfür war das riesige Müllaufkommen in der Stadt durch Tragetaschen, im Jahr 2006 wurden nämlich allein in San Francisco 180 Millionen Plastik-Tragetaschen weitergegeben. Man stelle sich nur vor, wie viele bei dieser enormen Summe im Meer oder der Umwelt landen. Vor allem im Meer werden die ganz dünnen durchsichtigen Tragetaschen zu einer echten Gefahr für die Tierwelt. Diese werden nämlich im Wasser kaum gesehen und werden so von den Fischen und Meerestieren verschluckt, oder sie verstopfen die Kiemen, sodass die Tiere elendig ersticken. Dies und besonders die knappen Ressourcen von nichterneuerbaren Energien rufen alle Bürger zum verantwortungsvollen Umgang mit Tragetaschen auf.
Um die Umwelt möglichst wenig mit dem Müll aus diesen Tragetaschen zu belasten, sollten diese so oft wieder verwendet werden, bis sie kaputt sind. Die kaputten Tragetaschen sollten jedoch nicht im regulären Hausmüll entsorgt werden. Denn so landen sie auf der Müllkippe und brauchen Jahrtausende, bis sie zersetzt sind. Richtig ist es kaputte Plastik- Tragetaschen dem Recycling zuzuführen, denn nur so können sie optimal wiederverwendet werden.
