Verpackungen

In unserer heutigen Konsumgesellschaft hört man es immer wieder: Die Verpackung ist alles. Nehmen wir einmal die Geschenkverpackungen: Sie wollen ein hochwertiges Messerset verschenken und haben als Verpackung die folgenden Dinge zur Auswahl: einen Alukoffer, verschiedene Kartonagen aus Wellpappe oder alternativ Versandtaschen aus schwarzer Folie ganz ohne Etiketten. Geschenkverpackungen müssen den Beschenkten natürlich von der Wertigkeit des Geschenks überzeugen. So entscheiden Sie sich also für einen Alukoffer, denn dieser verspricht von vornherein eine hohe Qualität des Inhalts. Sie würden auf keinen Fall Kartonagen in brauner Standardfarbe als Geschenkverpackung wählen. Auch wenn der Inhalt der gleiche sein mag, die Wirkung ist eine andere. Eine Verpackung hat aber noch mehr Aufgaben zu erfüllen. Vor allem während der industriellen Produktion und Distribution der fertigen Produkte sind Schutzfunktion, Lager- und Transportfunktion sowie letztendlich die Informations- und Identifikationsfunktion über aufgebrachte Etiketten viel relevanter als die Verkaufsfunktion. Eine Verpackung nimmt deshalb andere Formen an, als wir es als Konsumenten gewohnt sind. Ein Container als Transportbehälter für tausende Kartonagen ist auch eine Verpackung. Er übernimmt aber eher eine Transportfunktion und Sicherungsfunktion als es Geschenkverpackungen aus Folie mit roter Schleife oder Versandtaschen aus hochwertigen Materialien mit Etiketten von Prada vermögen. Was ist also eine Verpackung? Wissenschaftlich gesehen ist eine Verpackung die Umhüllung eines Produktes mit Hilfe von Packmitteln und Packhilfsmitteln. Zusammen mit den angebrachten Etiketten zur Identifizierung bzw. zur Information der nachfolgenden Nutzer entsteht die Verpackung des Produktes.
Packmittel werden aus Materialien wie Plastik, Holz, Metall, Glas oder Wellpappe produziert. Sie verschließen das zu verpackende Produkt vollständig bzw. fassen sie es in der gewünschten Anzahl zusammen. Das sind dann die eigentlichen uns bekannten Verpackungen: Kartonagen aus Wellpappe; Gitterboxen aus Metall; Paletten aus Holz, Versandtaschen oder Tragetaschen aus Plastik.
Packhilfsmittel wie Folien, Klebebänder oder Wellpappe dienen dazu, die Verpackung zu verschließen oder auszupolstern. Natürlich benötigen die unterschiedlichen Produkte verschiedene Verpackungen. Im Zeitalter der Automatisierung wird der gesamte Verpackungsprozess kaum noch manuell, sondern mit Hilfe unterschiedlicher Verpackungsmaschinen durchgeführt.
Die verpackten Güter werden letztendlich in Transportbehältern wie Container oder Gitterboxen zusammengefasst, um Transport und Lagerung zu vereinfachen. In manchen Fällen kann durch das Umschließen von vielen Produkten mit Folien selbst eine Zusammenfassung erreicht werden. Denken Sie nur an die Paletten mit Wasserflaschen, welche zu sechst jeweils mit Folie umschrumpft und mittels Tragelasche zum eigenen Transportbehälter werden. Im Rahmen des Outsourcing wird die gesamte Thematik Verpackung – von der Herstellung von Kartonagen über das Umschrumpfen mit Folien bis hin zum Zusammenfassen in Transportbehältern – heute immer öfter an Dritte vergeben. Die externe Vergabe solcher Aufgaben wird als Lohnverpackung bezeichnet. Dadurch kann sich das eigenen Unternehmen mehr auf die Kernprozesse der eigentlichen Produktion konzentrieren und die Produktivität steigern, während die eigenen Fixkosten durch Lohnverpackung gesenkt werden. Lohnverpackung heißt aber nicht nur günstig verpacken sondern kann heute mehr: Externe Dienstleister produzieren hochwertige Verpackungen wie Tragetaschen oder Versandtaschen mit Etiketten der Hersteller oder unterschiedlichste Geschenkverpackungen und liefert alles zusammen in den Einzelhandel. Letztendlich muss das von Ihnen gekaufte Messerset im Alukoffer nicht mehr von einem namenhaften Hersteller stammen.