Kessel
Seit die Menschen sich die Fähigkeit zu eigen machten Metall zu bearbeiten, stellen sie Kessel und andere Metallwerkzeuge her. Der Kessel hatte aber für die Menschen von jeher mehr Bedeutung als ein einfaches Werkzeug. Viele Mythen, Sagen und Märchen ranken sich um den Kessel. Bedenken Sie nur die wichtige Rolle die ihm Beispielsweise im Märchen zu teil wird. In einer walisischen Sage, die im Mittelalter entstand, wird sogar von der Fähigkeit eines bestimmten Kessels berichtet, Tote auferstehen zu lassen. Laut der Sage solle der Kessel die Seelen ehrbar gefallener Krieger wieder zum Leben auferstehen lassen.
Schon ab der späten Bronzezeit, war der Kessel, als wertvolles Gefäss für viele Riten nötig. So wurden wohlhabenden Verstorbenen, Kessel mit irdischen Gütern für ihre Reise ins Jenseits, mitgegeben. Aber auch für grausige Rituale wie die Opferung von Tieren oder Feinden, wurde der Kessel als Gefäss zum auffangen des Opferblutes benutzt. Aber auch bei schönen Anlässen, wie etwa der Gestaltung eines Festmahls, war der Kessel von grosser Bedeutung.
Für die Kelten war er beispielsweise ein Zeichen von Reichtum, denn ein Kessel war sehr aufwendig in seiner Herstellung. Meist wurden die Kessel auch aus wertvollem Material wie Bronze oder Silber gefertigt. Er stand den Kelten in der mystischen Symbolik als Zeichen des immer wiederkehrenden Lebens. War also Ausdruck, des keltischen Glaubens an die Wiedergeburt der Seele. Der Kessel beherbergte aber auch das Wasser, dass vielen Kulturen gleichermassen wie den Kelten heilig war. Als Opfergabe wurden viele Kessel von den Kelten in Sümpfen, Flüssen und Teichen versenkt. Dieser Ritus sollte dazu beitragen, dass die lebensspendende Kraft des Wassers nie versiegen solle. Vor allem diesem Umstand ist es zu verdanken, dass es in Museen eine ganze Reihe, sehr gut erhaltener Exponate gibt. Besonders schön ist der Kessel von Gundestrup, der 1891 in Dänemark gefunden wurde. Vor allem durch die aufwendige Verarbeitung von Silber, erlangte der Kessel weltweite Aufmerksamkeit. Er ist wie viele Kessel, die in der Bronzezeit gefertigt wurden, mit aufwendigen Bildern verziert. Diese Bilder erzählen jedem, der sie zu lesen versteht, Geschichten einer längst vergangenen Welt.
Aber der Kessel hatte für die Menschen, auch ganz praktische Gründe. In dem bauchigen Gefäss mit Henkel wurde: gekocht, Wäsche gewaschen, Wasser wurde in ihm erhitzt. Noch Anfang des letzten Jahrhunderts war der Kessel noch in nahezu jedem Haushalt anzutreffen, meist über dem Feuer in der Küche oder in der Waschküche. Erst mit dem Aufkommen von Elektroherd, Wasserkocher, Mikrowelle und ähnlichem verschwindet der Kessel mehr und mehr aus unserem Alltag.
Als Wort findet man ihn allerdings noch recht häufig. So stammen die Begriffe Dampfkessel, Heizkessel und Gaskessel vom Wortursprung Kessel. Selbst wenn sie mit der eigentlichen Verwendung, des Kessels wenig gemein haben.
Aber auch ein deutsches Adelsgeschlecht, trägt den Namen von Kessel. Auch als Familienname ist Kessel in deutschsprachigen Ländern weit verbreitet. Namensforscher gehen davon aus, das Familien die den Namen Kessel tragen, etwas mit der Herstellung des selbigen zu tun hatten.
Ein Ort der im Tal liegt, rings herum von Bergen eingeschlossen, befindet sich in Kessellage. Auch der Talkessel ist in unserem Sprachraum sehr häufig anzutreffen. Der Hauptraum eines Tierbaues, der unterirdisch angelegt ist, wird ebenfalls Kessel genannt. Vor allem der Dachs- und der Fuchsbau, werden in der Jäger- Sprache so bezeichnet. Der Platz an dem ein Wildschweinrudel oder ein Wildschwein mit seinen Frischlingen lagert, heisst auch Kessel. Bei der Treibjagd bilden Jäger und Treiber einen Kreis, in den das Wild getrieben wird. Dieser wird auch als Kessel bezeichnet.
Allseits bekannt, vor allem von Demonstrationen ist der Polizeikessel. Dieser bezeichnet das Einkreisen, einer Menschenmasse durch Polizisten.
Auch in der Musik finden wir einen Kessel. So wird nämlich das Mundstück von Blechblasinstrumenten genannt.
Auch viele Städte, Stadtteile und Gemeinden tragen das Wort Kessel mit im Namen beispielsweise: Altenkessel/Saarbrücken, Kesseldorf bei Meißen. Es gibt sogar einen Fluss der Kessel heisst und zwar in Bayerisch- Schwaben.
Sie sehen also auch wenn der Kessel von unserem Herd verschwunden ist, nutzen wir ihn doch reichlich, in unserem täglichen Sprachgebrauch.
Seit je her spielt die wärmende Kraft des Feuers für den Menschen eine große Rolle. War die Wärmequelle früher das schlichte Lagerfeuer, entwickelte sich mit der Zeit der Kaminofen, der Holzofen und der Gussofen. In der heutigen Zeit, der Zeit der Zentralheizungen, sind
