Metallindustrie
Bleche, Federn, Schrauben, Kessel und Co: Die Metallindustrie in Deutschland und ihre Produkte
Unter den Begriff der Metallindustrie fallen alle nichthandwerklichen Unternehmen, die sich mit der Be- und Verarbeitung von Metallen beschäftigen. Unterschieden wird hier zusätzlich nach der Stahlindustrie, der Nichteisen-Metallwirtschaft (z.B. Leichtmetalle, also Aluverarbeitung), der Gießereiindustrie und der Stahl- bzw. Metallverarbeitung (Stahlbau). Unter die Kategorie Nichteisen (NE)-Metallwirtschaft fallen die Bereiche Leichtmetalle, Buntmetalle sowie Edel und Sondermetalle.
Ein Blick auf die Kennzahlen dieses Industriezweiges in Deutschland, lässt schnell seine überragende Rolle erkennen: Mit insgesamt 688.500 Beschäftigten, in 5.427 Betrieben, betrug der Gesamtumsatz der Branche in Deutschland im Jahre 2003 insgesamt 715.312 Millionen Euro.
Versucht man die im ersten Absatz dargestellten Branchenbereiche mit den daraus hervorgehenden Produkten zu verknüpfen, so ergibt sich das folgende Bild:
Innerhalb der Stahlindustrie werden neben der Erzeugung und Veredelung von Eisen- und Stahlprodukten vor allem Bleche produziert. Bleche sind in der Folge häufig der Grundstoff für die Erzeugung weiterer Produkte im Bereich Stahl/Metallverarbeitung. Die Blechverarbeitung, also das Walzen oder Stanzen von Blechen nimmt hier ebenfalls eine wichtige Rolle ein. Hinzu kommt der Bereich der Edelstahlverarbeitung, häufig ebenfalls in Form der Blechverarbeitung. Drehteile, Frästeile und Stanzteile sind in vielen Fällen der nachgelagerte Produktionsschritt auf dem Produktionsweg, wenn Armaturen, Beschläge, Schilder, Ketten oder Federn hergestellt werden sollen, je nach Einsatzzweck auch häufig in Verbindung mit der Edelstahlverarbeitung, je nach Güte der zu erstellenden Erzeugnisse. Ein unmittelbar der Blechproduktion nachgelagertes Produkt sind Schilder, nicht nur in der Aluverarbeitung.
Die Nichteisen-Metallwirtschaft beschäftigt sich mit allen Metallen, die entweder in die Kategorie der Leichtmetalle fallen (Alu, Magnesium, Titan), womit hierbei der gesamte Bereich der Aluverarbeitung beinhaltet ist (teilweise werden auch Profile, Beschläge oder Schilder aus Leichtmetallen hergestellt), weiterhin, neben den Edelmetallen Gold, Silber und Platin aber auch mit den Werkstoffen Kupfer, Blei, Zink, Zinn und Nickel, welche vor allem innerhalb der Produktion der Erzeugnisse Armaturen, Beschläge, Profile, Rohre, Schilder und Werkzeuge eingesetzt werden. Ebenfalls können Drehteile, Frästeile und Stanzteile aus NE Metallen hergestellt werden.
Im Bereich Stahl- und Metallverarbeitung finden wir nun zunächst den Stahlbau, als zentrales Produktionsfeld. Beim Stahlbau als Teil des Ingenieurbaus werden Tragwerke gefertigt, hierbei kommen Bleche, Rohre, Schrauben und Stahlträger zum Einsatz. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich der Werkzeuge, häufig in Kombination mit der Weiterverarbeitung diverser Drehteile, Frästeile und Stanzteile. Übergänge zur Edelstahlverarbeitung sind je nach Einsatzzweck der Werkzeuge ebenfalls möglich. Klassische Stahlprodukte, wie Federn, Ketten, Kugellager werden ebenso gefertigt wie Kessel, Profile, Rohre, und Schrauben.
Kessel sind in vielen Fällen wiederum Hilfsprodukte für andere metallverarbeitende Industrien, ebenso wie Ketten, die für den Betrieb von Antriebstechnik zum Einsatz kommen.
Innerhalb der Deutschen Stahl- und Metallverabeitung nimmt die Kugellager Produktion eine Sonderstellung ein. Seit 1883 werden in Schweinfurt Kugellager gefertigt, die bis zum heutigen Tage weltweit als besonders hochwertig gelten. Mit ähnlicher Präzision wird bei der Produktion von Armaturen vorgegangen, deren Herstellung Ähnlichkeit mit der Erzeugung von Kugellagern aufweist.
Sie sehen, die Metallindustrie ist ebenso vielseitig wie ihre zahlreichen Produkte, von denen viele innerhalb ihrer Produktionsprozesse eng miteinander verknüpft sind.
