Glasprodukte
Es gibt viele Arten von Glasprodukten. Man unterscheidet vor allem zwischen Waldglas, Flachglas und Hohlglas.
Die Herstellung der Glaskunst kann man bis ins 12. Jh. zurückverfolgen. Für die Glasherstellung wird ein geeigneter Sand benutzt, zum Beispiel verwitweter Sandstein. In Venedig wurde für die Herstellung von Glasprodukten nur spezieller weißer Sand dafür genutzt. Gut war es wenn dieser in der Nähe der Hütte abgebaut werden konnte, weil man ihn in großen Massen benötigte.
Kaliumcarbonat, welches aus Pflanzenasche gewonnen wurde, wurde als Schmelzmittel verwendet. Auch liefert die Pflanzenasche auch Kalk, diesen benötigt man ebenfalls für die Gläserkunst.
Das Schmelzen an sich unterteilt man in zwei Schritten. Als ersten werden die Rohstoffe, also Asche und Quarzsand, miteinander gut vermischt. Anschließen kommt das Gemenge 24 Stunden bei ca. 750°C in einem Ofen. Damit die Masse schmelzflüssig bleibt und sich nicht miteinander verbindet bzw. zusammenbackt, muss diese immer wieder gerührt werden. Dieses Asche- Sandgemisch wird nun in einem speziellen Schmelzofen in fünf Stufen zu Glas geschmolzen, das dauert dann noch mal knapp 18 Stunden.
Zum Fachglas gehören die sogenannten Butzenscheiben. Das sind kleine, runde Glasscheiben die einen Durchmesser von 10 bis 15 cm aufweisen und in der Mitte dicker sind als am Rand. Die Herstellungsmethode für diese Glasprodukte nannte man die Mondscheintechnik und sie kam aus der französischen Normandie. Hierbei wird eine kleine, umheftete Kugel geblasen, dann mit einer Pfeife abgeschlagen und anschließen wieder erneut erhitzt. Wenn die Hitze das Glas erweicht hat, wurde das Hefteisen in der Hand gerollt. Durch diese Fliehkraft entsteht aus der einstigen Kugel eine Scheibe. Diese werden dann genutzt um Fenster zu bauen.
Zu Hohlglas gehören unter anderem auch Nuppengläser. Das sind runde Gefäße mit gerader Wand, nur der oben abschließende Rand, ist ausgeweitet. Dieser Rand wird dann mit vielen, kleinen Glasnuppen verziert.
Diese Art von Becher entwickelte sich im 13. Jh. im Orient und kam dann über Venedig in den Norden. Das leicht bäuchiges Trinkgefäß mit ein paar dicken Glasnuppen wurde im 15. Jh. durch den Krautstrunk abgelöst. Dies ist ein kleines Glasprodukt mit leicht gewölbten Bauch und dicken Glasnuppen. Ein Grund für seine Entwicklung war die gestiegene Nachfrage an Glasprodukten, denn er konnte wesentlich schneller hergestellt werden.
Bei der nächsten Form begannen die Glasbildner farbenfroher zu werden, denn sie stellten den Bekemeyer her. Dies war ein konischer Becher, der in der Mitte mit einem Faden verziert wurde. Der farbliche Akzent bildete eine Trennung zwischen den mit Nuppen besetzten Unterteil und den glatten und weiten Oberteil des Gefäßes. Als weiterer Akzent wurde der Fuß mit einem schönen, gezwackten Ring verziert. Ab dem 16. Jh. wurden diese Glasprodukte, mit durchstochenen und gesponnenen Fuß hergestellt.
Ein anderes Hohlglas, was einer hohen Beliebtheit erfreut, sind die Römer. Sie zählen aber dennoch nicht mehr zu der mittelalterlichen Gläserkunst. Das Unterteil ist auch hier ein gesponnener und konischer Fuß, auf dessen ein zylindrischer Schaft folgt, der meist mit Nuppen oder auch Beerennuppen verziert war. Abschließend wurde ein kugelförmige Trinkschale auf den Schaft gesetzt.
Weitere Glasprodukte, die zu den Hohlgläsern zählen sind die Humpen. Das sind hohe, dünne und nach oben offene Stangengläser, die bis zu 2 Liter Fassungsvermögen haben.
Die Werkzeuge für die Herstellung von hochwertigen Glasprodukten sind zum Beispiel die Glasmacherpfeife. Das ist ein ca. 1,20 m langes Rohr, je zur Hälft aus Eisen und Holz bestehend. Das eiserne Ende wird in das flüssige Glas getaucht und durch Drehen eine bestimmte Menge aufgenommen, anschließend wird durch blasen eine Kugel geformt.
Ein weiteres Werkzeug ist das Hefteisen, was genutzt wird, um Nuppen und Verzierungen an die Glasprodukte anzubringen. Durch die Auftreibsschere wird das Glas eingeschnitten und aufgetrieben, mit der Schnabelschere wird das Glas in seine Form zurechtgeschnitten. Das Zwackeisen ist dafür da, um spitze oder flache Ende herzustellen. Als letztes Werkzeug gibt es die Optikformen, das sind Hohlformen aus Ton die verschiedene Formen haben können. Mit dessen Hilfe, ist es möglich Rippen in das Glas zu pressen.
In der heutigen Zeit habe sich unzählige Formen und Arten von Gläsern entwickelt. So ist es nun möglich, für jedes Getränk ein anderes Trinkgefäß zu haben.
