Übersetzungen

Bei Übersetzungen handelt es sich allgemein um inhaltliche Übertragungen zwischen verschiedenen Sprachen. Sie können mündlich oder schriftlich erfolgen. Zumeist geht es jedoch um Texte, also schriftsprachliche Materialien, welche Gegenstand von Übersetzungen sind. Die Sprache des Originaltextes ist dabei die Ausgangssprache, die der resultierenden Übersetzung die Zielsprache.

Schon immer benötigten Menschen verschiedensprachiger Kulturräume Übersetzungen. Anders wäre es ohne Kenntnis der anderen Sprache nicht möglich die literarischen Werke des jeweils anderen Kulturkreises zu verstehen. Was für den kulturellen Gedankenaustausch wichtig ist, gilt ebenso für die gesellschaftlichen und ökonomischen Beziehungen zwischen Ländern unterschiedlicher Sprachkultur. Die Kommunikation zwischen ihnen ist ohne Übersetzungen nicht denkbar, da nicht jeder der jeweils anderen Sprache mächtig ist.

Übersetzungen werden von Personen erstellt, die beide Sprachen beherrschen. In der Regel ist eine Sprache davon immer eine hinzuerlernte Sprache und das Sprachgefühl ist trotz hervorragender Kenntnisse nur in Ausnahmefällen ähnlich sicher wie in der Muttersprache. Aus diesem Grunde ist es prinzipiell üblich, dass die Zielsprache bei Übersetzungen stets die Muttersprache des Übersetzers ist, da er hier den Nuancenreichtum im Ausdruck besser beherrscht als in der erlernten Sprache. Eine Ausnahme stellen Menschen dar, die zwei- oder mehrsprachig aufgewachsen sind. Sie verfügen ein unvergleichliches Sprachgefühl in verschiedenen Sprachen und sind dadurch in der Lage qualitativ gleichwertig in beide Richtungen zu übersetzen.

Den Schwerpunkt von Übersetzungen bilden heutzutage Texte technischer Natur. Durch die globalen Handelsbeziehungen zwischen Nationen bedarf es beim Handelsaustausch von Gütern einer Vielzahl von Dokumenten, die im Absatzland verstanden werden müssen. Das reicht von Bedienungs- und Wartungsanleitungen geht über Vertragsdokumente bis hin zu komplexen technischen Beschreibungen.

Da aus haftungsrechtlichen Gründen der technischen Dokumentation ein hoher Stellenwert beigemessen wird, sind technische Übersetzungen eine stark gefragte Dienstleistung. Zu den sprachlichen Fähigkeiten des Übersetzers treten Fachkenntnisse aus den unterschiedlichsten Gebieten hinzu.

Neben der sachangemessenen Ausdrucksfähigkeit ist die Kenntnis des Fachvokabulars der Sprachen hier von jeweils grundlegender Bedeutung. Ein Ingenieur, der Wartungsdokumentationen für eine Fertigungsanlage übersetzt, muss für die Fachausdrücke der Ausgangssprache stets das passende Äquivalent in der Zielsprache, seiner Muttersprache, während der Arbeit parat haben. Die Vielzahl technischer Ausdrücke und Abkürzungen werden daher häufig in sogenannten Glossaren zusammengetragen, die für den Übersetzer eine wichtige Hilfe darstellen. Fachausdrücke sind häufig jedoch nicht nur branchen- sondern manchmal auch herstellerspezifisch, sodass die langfristige Zusammenarbeit mit Übersetzern auch für den Hersteller von Vorteil ist.

Übersetzungen werden in den wenigsten Fällen von festangestellten Übersetzern in Unternehmen selbst durchgeführt. Der größte Teil von Ihnen arbeitet frei- oder nebenberuflich als Übersetzer für bestimmte Sprachkombinationen und Fachgebiete. Die Vermittlung zwischen ihnen und den Auftraggebern wird in der Regel von Fachagenturen, den Übersetzungsbüros übernommen. Diese arbeiten mit einer Vielzahl von Übersetzern unterschiedlichster Sprach- und Fachrichtungen zusammen. Für den Hersteller ist die Inanspruchnahme dieser Vermittlungsleistung aufgrund ständig wechselnder Anforderungen grundsätzlich vorteilhaft.

In den zurückliegenden Jahrzehnten entwickelten sich maschinelle Übersetzungssysteme, die vor allem bei Übersetzungen in und aus den großen Verkehrssprachen zum Einsatz kamen. Die Leistungen dieser lernfähigen Computerprogramme sind beachtlich, machen jedoch die Arbeit des menschlichen Übersetzers keineswegs entbehrlich. So kommen sie in erster Linie bei der Erstellung von Rohübersetzungen zum Einsatz. Ohne gründliche Nachbearbeitung sind diese Übersetzungen in der Regel nicht zu gebrauchen. Nicht nur im Hinblick auf spezielle Terminologien, sondern auch in Bezug auf die semantischen Feinheiten, die bei Übersetzungen berücksichtigt werden müssen. Computergestützte Systeme dienen den Übersetzern vor allem als Unterstützung bei der Identifikation bereits verwendeter Formulierungen.

Wie alle zertifizierbaren Dienstleistungen sind auch der Prozess und die Ergebnisqualität von Übersetzungen Gegenstand von Normierungen. Die DIN 2345 wurde in 2006 durch die europäische DIN EN 15038 abgelöst. In ihr werden hauptsächlich das Projektmanagement im Übersetzungsprozess in Bezug auf die Qualitätssicherung von Übersetzungsdienstleistungen festgelegt. Diese Standards dienen der Vereinheitlichung vertraglicher Rahmenbedingungen im Interesse von Auftraggebern und Dienstleistern.